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Wasserkraft in Österreich: Funktion, Vorteile und Anbieter

Wasserkraft

Wasserkraft ist eine Form der Stromerzeugung, die in den letzten Jahrzehnten zu einer wichtigen Energiequelle geworden ist. Dabei wird die kinetische Energie des Wassers in elektrische Energie umgewandelt. Die Wasserkraft ist eine erneuerbare Energiequelle, bei der weder CO2 Emissionen noch radioaktive Abfälle anfallen. Somit ist Wasserkraft umweltfreundlich - gleichzeitig aber auch günstig. Hier erfahren Sie alles über die Funktionsweise von Wasserkraftwerken, den Anteil und die Vorteile von Wasserkaft und Anbieter mit 100% Wasserkraft-Anteil.


Wasserkraft: Was ist das?

Wasserkraft bezeichnet die Umwandlung der kinetischen Energie des Wassers in mechanische Arbeit. Heutzutage wird die Wasserkraft meist in Kraftwerken genutzt, um daraus Strom zu erzeugen. Das Wasser wird dabei zwar genutzt, aber nicht aufgebraucht - wie beispielsweise Kohle und Erdgas bei der Stromerzeugung - weshalb Wasserkraft zu den erneuerbaren Energiequellen gehört.

Wo wird Wasserkraft eingesetzt?

Zu Beginn ihrer Nutzung wurde Wasserkraft in Mühlen eingesetzt. Bis heute findet man kleine Wassermühlen, in denen beispielsweise Mehl gemahlen wird. Durch den technischen Fortschritt und die Entwicklung von turbinen und Generatoren, wird Wasserkraft heutzutage hauptsächlich zur Stromerzeugung in Wasserkraftwerken eingesetzt.

Die Wasserkraftwerke lassen sich in sehr viele verschiedenen Typen einordnen. Besonders in Österreich hört man häufig von sogenannten "Kleinwasserkraftwerken". Dabei werden die Kraftwerke nach ihrer Leistung klassifiziert: Kleinwasserkraftanlagen erzeugen unter 1MW Strom, mittelgroße Wasserkraftanlagen unter 100MW Strom und Großwasserkraftanlagen über 100 MW.

Wasserkraftwerke werden auch nach ihrer Nutzfallhöhe kategorisiert, da je nachdem unterschiedlich viel Strom erzeugt wird. Unterschieden wird zwischen Niederdruckanlagen, Mitteldruckanlagen und Hochdruckanlagen.

Stausee

Außerdem kommt es bei der Einteilung von Wasserkraftwerken auf das Gewässer an. Handelt es sich um ein Kraftwerk mit einem künstlichen Stausee, spricht man von einem Speicherkraftwerk. Liegt das Kraftwerk an einem Fluss, bezeichnet man es als Flusskraftwerk. Eine Kombination aus beidem wird Mittellauf genannt und beinhaltet ein Laufwasser- und Speicherkraftwerk. Eine weitere Variante - die in Österreich natürlich nicht zum Einsatz kommt, ist der Einsatz von Ebbe und Flut am Meer: im Gezeitenkraftwerk.

Wie funktioniert Wasserkraft?

In Wasser, das sich ein Flussbett hinunter bewegt, steckt eine enorme Kraft. In Wasserkraftwerken wird die Kraft in nutzbare Energie umgewandelt. Ein gewöhnliches Wasserkraftwerk nutzt dazu einige Komponenten. Zunächst gibt es meist einen Damm, der das Wasser zurückhält. Damit wird ein Reservoir geschaffen, das jederzeit genutzt werden kann. Über einen Einlasskanal gelangt das Wasser dahin, wo die Stromerzeugung beginnt.

Das Wasser fließt in eine Turbine und sorgt mit seiner Kraft dafür, dass sich die Turbine in Gang setzt. Die Turbine beginnt also sich zu drehen - und aktiviert damit einen Generator. Im Generator bewegen sich eine Reihe von Magneten, die Wechselstrom erzeugen. Der Wechselstrom wird in einem Trafo in Strakstrom umgewandelt. Über Stromleitungen wird der erzeugte Strom dann das Stromnetz und bis zum Endkonsumenten befördert.

Erfinder der Wasserkraft

Die Kraft des Wassers zu nutzen geht schon weit in die Vergangenheit zurück. Bereits vor 5000 Jahren soll sie in China zum Einsatz gekommen sein. In den folgenden Jahrhunderten wahren beispielsweise Wassermühlen oder Wasserräder im Einsatz.

Das Wasserkraftwerk - wie wir es heute kennen - Hat seinen Ursprung im Ende des 19. Jahrhunderts. In Northumberland (Großbritannien) wurde 1880 das erste Kraftwerk in Betrieb genommen. 1896 folgte dann schon das erste Großkraftwerk an den Niagarafällen (USA).

Grundlage für die ersten Wasserkraftwerke waren zwei entscheidende Erfindungen:

  1. Die Turbine:
    Turbinen wandeln die Energie einer strömenden Flüssigkeit in mechanische Leistung um. Heute wird von der Francis-Wasserturbine Gebrauch gemacht. Die ersten Wasserkraftwerke nutzten aber die Fourneyron-Turbine vom französischen Ingenieur Benoît Fourneyron, der sie 1842 entwickelte.
  2. Der Generator:
    Durch die Erfindung des elektrodynamischen Generators wurde dann schließlich die Umwandlung von Wasserkraft in elektrischen Strom ermöglicht. Erfunden wurde der Generator im Jahr 1866 von Werner von Siemens.

Länder die Wasserkraft nutzen

Ob in einem Land Wasserkraft Potenzial hat, hängt von der Niederschlagsrate und den geographischen Verhältnissen ab. Das ergibt natürlich Sinn: Nur wo Wasser fließt, kann es in elektrische Energie umgewandelt werden. Weltweit wurden im Jahr 2016 etwa 4100 TWh Strom aus Wasserkraft erzeugt. Das entsprach 16,6% des weltweiten Strombedarfs. Würde man das gesamte Potenzial nützen, wären sogar 26.000 TWh aus Wasserkraft möglich.

Weltweit gelten folgende fünf Länder als die größten Wasserkraft Produzenten (Stand 2009):

  • China
  • Kanada
  • Brasilien
  • USA
  • Russland

Die fleißigsten Wasserkraft-Stromproduzenten in Europa sind Norwegen, Schweden, Frankreich und Italien.

Welche Vorteile hat Wasserkraft?

 Die Wasserkraft ist als Energiequelle nicht umsonst sehr beliebt, denn sie hat einige Vorteile. Als regenerativer Rohstoff wird Wasser bei der Stromerzeugung nicht verbraucht. Während Kohle beispielsweise nur begrenzt verfügbar ist, kann das Wasser nicht aufgebraucht werden. Das ist auch gleich der nächste Vorteil: Durch einen hohen Anteil an Wasserkraft werden fossile Energieträger wie Kohle und Erdgas geschont.

 Wasserkraft ist nicht nur erneuerbar, sondern auch umweltfreundlich: Die Herstellung erzeugt kein CO2 und trägt somit erheblich zum Klimaschutz bei. Indem Wasserkraft Atomstrom ersetzt, können außerdem radioaktive Abfälle verringert werden.

 Die Wasserkraftwerke ansich haben zudem auch einige Vorteile. So tragen die Stauseen beispielsweise zum Hochwasserschutz bei - und dienen gleichzeitig als Speicher für Trinkwasser.

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Warum ist Wasserkraft so wichtig?

Neben der Wasserkraft gibt es natürlich auch noch andere Energiequellen, die erneuerbar und umweltfreundlich sind. Gegenüber Energiequellen wie der Solarenergie oder der Windenergie hat die Wasserkraft aber einen entscheidenden Vorteil: sie ist immer verfügbar. Da sie nicht von der Tageszeit oder der Wetterlage abhängig ist, kann die Wasserkraft rund um die Uhr genutzt werden.

Durch die Speichermöglichkeit - in Form von einem Stausee - ist die Wasserkraft außerdem sehr leicht zu regulieren. Indem die Wasserzufuhr gesteuert wird, kann die Stromerzeugung an den Strombedarf angepasst werden. Damit ist sie eine wichtige Ergänzung für Solar- und Windenergie, die nicht steuerbar sind.

Wasserkraft in Österreich

In Österreich wurde Wasserkraft zum ersten Mal im Jahr 1950 eingesetzt. Seitdem ist die Energiequelle zur wichtigsten in Österreich geworden. Das sind die Eckdaten:

Welche Wasserkraftwerke gibt es in Österreich?

Seit 1950 wurden österreichweit viele Groß- und Kleinwasserkraftwerke gebaut. Insgesamt gibt es landesweit 5.000 Wasserkraftwerke - womit das Potenzial in Österreich zu über 70% ausgeschöpft ist. Dazu gehören 3.100 Kleinwasserkraftwerke, die schon alleine 10% des österreichischen Strombedarfs decken.

In Sachen Großwasserkraftwerke ist das Potenzial in Österreich bereits ausgeschöpft. Eine der größten Anlagen liegt in den österreichischen Alpen. Das Malatakraftwerk in Kärnten hat einen Wasserspeicher mit einer Fläche von 3,5km2 und einer Tiefe von 205 Metern.

Für die Zukunft wird in Österreich der Fokus auf Kleinwasserkraftwerken liegen müssen.

Anteil der Wasserkraft in Österreich

Mit seinen Gebirgen, Flüssen und Seen eignet sich Österreich sehr gut zur Erzeugung von Strom aus Wasserkraft. Dementsprechend können etwa 55% des österreichischen Strombedarfs aus Wasserkraft erzeugt werden (Quelle: E-Control). Mit der Erzeugung aus Windkraft, Biomasse und Photovoltaik ist Österreich dabei weit vorne in Sachen erneuerbare Energieerzeugung. Nur Island und Norwegen schaffen in Europa höhere Werte.

So sah der Stromerzeugungsmix in Österreich im Jahr 2016 aus:

 

Quelle: Statistik Austria

72% der Stromerzeugung stammen also aus erneuerbaren Energien. Und mehr als die Hälfte davon stammt aus Wasserkraft.

Wasserkraft Strom: Anbieter und Tarife

Ökostrom Schild

Aufgrund der hohen Erzeugung von Wasserkraft in Österreich ist es naheliegend, dass es viele Anbieter gibt, die Strom aus Wasserkraft vertreiben. Somit ist es in Österreich besonders leicht, sich einen Stromanbieter mit einem erneuerbaren Energiemix auszusuchen. Das zeigt auch der größe Stromanbieter des Landes: VERBUND ist mit seinem Stromtarifen aus 100% Wasserkraft sehr erfolgreich.

Für Sie als Konsument ist eine Information besonders wichtig: Strom aus Wasserkraft muss nicht teuer sein! Das Sie für die Umwelt Gutes tun und gleichzeitig sparen können, zeigt der Strompreisvergleich in der folgenden Tabelle. Die beiden alternativen Stromanbieter verkaufen zu 100% Wasserkraft - sind aber dennoch preislich sehr günstig.

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Zukunft der Wasserkraft

Da Wasserkraftwerke meist sehr große Anlagen benötigen, schrecken viele Länder davor zurück, weitere Kraftwerke zu bauen. Obwohl sie viele Vorteile haben, verursachen sie einen zu großen Einschnitt in das Landschaftsbild. In Zukunft werden daher vor allem bestehende Wasserkraftwerke ausgebaut werden, statt viele neue zu errichten.

Eine neue Entwicklung könnte die Wasserkraft in Zukunft revolutionieren: Der Einsatz von Turbinen in Abwasserkanälen. Erste Projekte wurden in der USA bereits umgesetzt und werfen derzeit ein sehr positives Licht auf die neue Entwicklung. Die Strategie: Statt ein ganzes Kraftwerk zu bauen, werden einzelne Turbinen in Abwasserkanälen angebracht. Das hat einige Vorteile:

  1. Das Wasser fließt hier sowieso - durch die Turbinen kann eine Energiequelle genutzt werden, die sonst einfach ungenutzt weiterfließen würde.
  2. In Abwasserkanälen stören die Turbinen niemanden. Da alles unterirdisch und in Kanälen passieren, bilden die Mini-Wasserkraftwerke keinen optischen Störfaktor.
  3. Auch der nachträgliche Einbau ist möglich. So können auch bestehende Abwasserkanäle ganz einfach zur Energiequelle werden.
  4. Anders als bei natürlichen Gewässern dringen die Turbinen nicht in den Lebensraum von Fischen und anderen Tieren mit dem Lebensraum Wasser ein.
  5. Da Abwasserkanäle flächendeckend platziert sind, passiert die Stromproduktion dezentral. Somit wird der Strom direkt in der Nähe der potenziellen Verbraucher produziert - denn wo die Verbraucher sind, sind auch die Abwasserkanäle.

All diese Vorteile sprechen dafür, dass der Strom aus Abwasserkanäle jede Menge Potenzial für die Zukunft und den kommenden Strombedarf bietet.

Mehr über erneuerbare Energien

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