1.200–1.500 €
Jahreskosten Gas
Typischer Haushalt mit 15.000 kWh/Jahr
~55 €/MWh
TTF-Referenzpreis
März 2026 – doppelt so hoch wie 2024
+320 €/Jahr
Mehrkosten 2025/26
Netzentgelt, Abgaben & CO₂ vs. 2024
Was kostet Gas pro kWh in Österreich?
Der Gaspreis in Österreich beträgt Mai 2026 im Durchschnitt 8 bis 10 ct/kWh brutto (Gesamtpreis inklusive Netzentgelt, Steuern und Abgaben). Für einen typischen Haushalt mit 15.000 kWh Jahresverbrauch (Heizung und Warmwasser) ergeben sich damit jährliche Gesamtkosten von rund 1.200 bis 1.500 Euro. Die Spanne zwischen günstigstem und teuerstem Anbieter beträgt oft mehrere Hundert Euro – ein regelmäßiger Gaspreisvergleich lohnt sich daher.
Die Gasrechnung setzt sich aus drei unabhängigen Kostenblöcken zusammen. Nur den Energielieferanten – und damit den Energiearbeitspreis – können Sie frei wählen. Das Netzentgelt wird vom regionalen Netzbetreiber erhoben und ist an Ihren Standort gebunden; es lässt sich nicht durch einen Wechsel reduzieren. Steuern und Abgaben werden vom Staat festgelegt. Die folgende Tabelle zeigt, wie sich ein typischer Gaspreis zusammensetzt:
Durch einen Anbieterwechsel senkbar – der einzige Hebel in Ihrer Hand
Regionale Gebühr – österreichweit +18,2 % ab 2026, in Kärnten sogar +35 %
Erdgasabgabe 6,6 ct/m³ + CO₂-Preis 55 €/t + Umsatzsteuer 20 %
Richtwerte für einen typischen Haushalt (15.000 kWh/Jahr), Stand Mai 2026. 20 % Umsatzsteuer wird auf alle Komponenten zusätzlich berechnet.
Gaspreisentwicklung 2019–2026: Der TTF-Preis im Überblick
Der europäische Gaspreis richtet sich nach dem TTF (Title Transfer Facility), dem wichtigsten Gashandelsplatz Europas in den Niederlanden. Seit der Energiekrise 2021/2022 hat sich der TTF als zentraler Benchmark etabliert – sein Handelsvolumen ist fünfmal größer als alle anderen europäischen Gashubs zusammen. Österreichische Gaslieferanten orientieren sich bei ihrer Preisgestaltung am TTF sowie am österreichischen CEGH (Central European Gas Hub) in Baumgarten an der March.
Die Gaspreisentwicklung der letzten Jahre lässt sich in drei Phasen unterteilen: die Vorkrisenstabilität bis 2020 mit Preisen unter 20 Euro/MWh, die Energiepreiskrise 2021/2022 mit historischen Höchstständen bis 340 Euro/MWh, und die schrittweise Normalisierung ab 2023. Seit Anfang 2025 bremsen der Wegfall russischer Gaslieferungen, steigende Abgaben und geopolitische Unsicherheit den Abwärtstrend.
Stabile Versorgung; COVID-Pandemie drückt Nachfrage
Energiekrise beginnt – Speicher auf Tiefstand
Russland drosselt Gas nach Ukraine-Krieg – historischer Rekord
Volle Speicher, milder Winter, Nachfrage sinkt
Tiefpunkt: hohe Füllstände, gedämpfte Nachfrage
Wegfall russischer Gaslieferungen seit Jänner 2025
Geopolitische Unsicherheit, kein russisches Gas, steigende Abgaben
Quelle: TTF-Front-Month-Futures (ICE/EEX). Historische Durchschnittswerte und aktuelle Einschätzung laut Branchenanalysen.
Der Anstieg von 28–30 €/MWh (Jahresdurchschnitt 2024) auf rund 55 €/MWh im März 2026 entspricht einer Verdopplung des Großhandelspreises innerhalb von nur zwei Jahren. Da Gaslieferanten ihren Einkauf zum Teil auf Termin absichern, schlägt sich dieser Anstieg zeitverzögert, aber spürbar in den Haushaltstarifen nieder. Wer jetzt noch keinen Fixpreisvertrag hat, sollte die Tarifentwicklung im Blick behalten und über einen Gaspreisvergleich das günstigste Angebot sichern.
Warum steigen die Gaspreise 2026?
Die Gaspreise steigen 2026 aus drei konkreten, voneinander unabhängigen Gründen: höhere Gasnetzentgelte, die volle Erdgasabgabe und ein gestiegener CO₂-Preis. Alle drei Kostentreiber wirken gleichzeitig – und zu keinem gibt es eine staatliche Entlastungsmaßnahme mehr, da die Krisenregelungen aus 2022–2024 ausgelaufen sind. Zusammen verursachen sie für einen typischen Haushalt (15.000 kWh/Jahr) Mehrkosten von über 320 Euro pro Jahr gegenüber 2024.
Hier sind die drei Kostentreiber im Detail:
+18,2 %
Gasnetzentgelt 2026
Die E-Control hat die Gasnetzentgelte österreichweit um durchschnittlich 18,2 % erhöht. Für einen Durchschnittshaushalt (15.000 kWh/Jahr) bedeutet das rund +65 Euro mehr pro Jahr. In Kärnten fällt die Erhöhung mit +35 % besonders stark aus, in der Steiermark mit +27 %.
6,6 ct/m³
Erdgasabgabe (voller Satz)
Seit 1. Jänner 2025 gilt die Erdgasabgabe wieder im vollen Satz von 6,6 ct/m³ (ca. 0,62 ct/kWh). Während der Energiekrise war sie auf 1,196 ct/m³ reduziert. Bei 15.000 kWh Jahresverbrauch (ca. 1.402 m³) entstehen Mehrkosten von rund +93 Euro pro Jahr.
55 €/t CO₂
CO₂-Bepreisung 2025
Die österreichische CO₂-Bepreisung beträgt 2025 55 Euro pro Tonne. Bei einem Emissionsfaktor von 0,2 t CO₂/MWh ergibt das ca. 1,1 ct/kWh Aufschlag. Für 15.000 kWh Gasverbrauch entstehen damit Mehrkosten von rund 165 Euro pro Jahr.
Österreich ohne russisches Gas: Die neue Versorgungsstruktur
Seit 1. Jänner 2025 ist Österreich vollständig frei von direktem russischem Pipeline-Gas. Das Ende des ukrainischen Gastransitvertrags und ein vorgelagerter Lieferstopp von Gazprom an die OMV (November 2024) haben Österreich zu einer vollständigen Neuausrichtung seiner Gasversorgung gezwungen. Dieser strukturelle Wandel ist einer der wichtigsten Langzeittreiber der aktuellen Gaspreisentwicklung.
Noch 2023 stammten 83 bis 98 % des österreichischen Erdgases aus Russland – über die Pipeline durch die Ukraine und den historisch bedeutenden Einspeisepunkt Baumgarten an der March. Innerhalb weniger Monate wurde die gesamte Lieferkette auf westliche Quellen umgestellt. Gas Connect Austria bestätigt, dass der Ausfall vollständig kompensiert wurde – hauptsächlich über Deutschland und ergänzend über Italien.
83–98 %
Russisches Pipeline-Gas via Ukraine
Einspeisepunkt Baumgarten · Langfristverträge mit Gazprom · Extreme Abhängigkeit
Deutschland
Oberkappel: 184 GWh/Tag
Überackern: 59 GWh/Tag
Italien / LNG
Arnoldstein · Norwegen & USA
Quelle: Argusmedia / Gas Connect Austria (2025). Tageswerte als Durchschnitt Jänner–September 2025.
Die Umstellung auf westliche Lieferwege – LNG über die Nordsee und kurzfristiger Spotmarktkauf – ist teurer als die früheren langfristigen russischen Pipeline-Verträge. Dies erklärt einen Teil des strukturellen Preisanstiegs seit 2025. Bis 2027 ist ein Ausbau der West-Austria-Gasleitung (WAG) um 2,5 Mrd. m³/Jahr geplant, um die Importkapazitäten aus Deutschland zu erhöhen. Strategisch will Österreich sicherstellen, dass kein einzelner Lieferant mehr als 50 % der Importe ausmacht.
Gasspeicher: Österreichs Versorgungssicherheit
Österreich verfügt über eines der größten Gasspeichersysteme Mitteleuropas. Die Gesamtkapazität von rund 101,6 TWh übersteigt den österreichischen Jahresverbrauch von ca. 75 TWh um 35 %. Rechnerisch kann Österreich damit über ein Jahr lang ohne Importe versorgt werden – ein wichtiger Sicherheitspuffer in einem angespannten Versorgungsumfeld.
Besonders bedeutend ist der Speicher Haidach in Salzburg (betrieben von RAG Austria): Mit einem Arbeitsvolumen von rund 33,5 TWh ist er der zweitgrößte Gasspeicher Mitteleuropas und deckt allein ein Viertel des österreichischen Jahresbedarfs. Die EU-Gasspeicherverordnung (Verordnung 2022/1032, verlängert bis 2027) verpflichtet Österreich, die Speicher bis 1. November jedes Jahres auf mindestens 90 % Füllstand zu befüllen. Im Oktober 2025 wurden rund 85,6 TWh (ca. 85 %) erreicht – etwas unter dem EU-Mindestziel, aber ausreichend für die Wintersaison.
101,6 TWh
Gesamtkapazität
135 % des Jahresbedarfs (75 TWh)
33,5 TWh
Speicher Haidach
2.-größter Gasspeicher Mitteleuropas
20 TWh
Strategische Reserve
Im Besitz der Republik Österreich
Speicherfüllstand Österreich
Quellen: energie.gv.at, RAG Austria AG, Gas Connect Austria (Stand 2025).
Die strategische Staatsreserve von 20 TWh ist direkt im Besitz der Republik Österreich und für Krisenszenarien vorgesehen – etwa extreme Kältewellen oder kurzfristige Lieferausfälle. Sie wird nicht in die reguläre Versorgungsplanung eingerechnet und gibt Haushaltskunden eine zusätzliche Sicherheit.
Fixpreis oder Floater: Was ist bei steigenden Gaspreisen sinnvoll?
Beim Abschluss eines Gasvertrags können Sie zwischen einem Fixpreistarif (stabiler Arbeitspreis für 12 oder 24 Monate) und einem variablen Tarif / Floater (monatliche oder quartalsweise Anpassung an den Marktpreis) wählen. Die Wahl hängt stark von der Markteinschätzung ab: In einem steigenden Preisumfeld – wie wir es aktuell mit dem TTF bei ~55 €/MWh erleben – bietet der Fixpreis Schutz vor weiteren Erhöhungen.
Wichtig: Beim Floater ist nur der Energiearbeitspreis variabel. Grundpreis, Netzentgelt und Steuern bleiben unverändert. Beide Tarifformen haben konkrete Vor- und Nachteile:
Vorteile
- Planungssicherheit: Ihr Gaspreis bleibt konstant, unabhängig vom TTF-Anstieg
- Schutz bei steigenden Märkten – im aktuellen Umfeld (TTF ~55 €/MWh) besonders wertvoll
- Einfache Kostenkalkulation für Ihr Jahresbudget
- Kein Risiko durch kurzfristige Preisschocks (Geopolitik, Versorgungsausfälle)
Nachteile
- Kein Profitieren von Preisrückgängen während der Vertragslaufzeit
- Bei fallenden Märkten zahlen Sie möglicherweise mehr als Floater-Kunden
- Häufig Mindestvertragslaufzeit von 12 oder 24 Monaten
- Wechsel vor Laufzeitende kann Wartezeiten oder Gebühren bedeuten
Unsere Empfehlung für 2026: Bei einem TTF von rund 55 €/MWh und einer strukturell veränderten Versorgungssituation ohne russisches Pipeline-Gas überwiegen die Argumente für einen Fixpreisvertrag. Vergleichen Sie aktuelle Fixpreisangebote über den Gaspreisvergleich, bevor mögliche weitere Erhöhungen wirksam werden. Wer wechseln möchte, findet in unserer Anleitung zum Gasanbieter wechseln alle Schritte.
Faktoren, die den Gaspreis in Österreich beeinflussen
Der Gaspreis auf Ihrer Rechnung ist das Ergebnis vieler verschiedener Einflüsse – von internationalen Großhandelsmärkten bis hin zu nationalen Steuerentscheidungen. Kein einzelner Akteur kann den Preis vollständig steuern; es ist immer ein Zusammenspiel aus globalen Marktbewegungen und lokalen Regulierungen.
Die wichtigsten Preistreiber und -dämpfer im Überblick:
Angebot & Nachfrage
Hohe Nachfrage im Winter und Versorgungsengpässe erhöhen den Preis. Milde Winter und volle Speicher drücken ihn. Der saisonale Effekt ist beim Gas deutlich stärker als beim Strom – Gasheizungen laufen von Oktober bis April auf Hochtouren.
Geopolitik & Lieferwege
Konflikte, Sanktionen oder Vertragskündigungen (wie der Gazprom-Lieferstopp 2024/25) können Lieferwege abrupt verändern und Preissprünge auslösen. Österreich trägt dieses Risiko nun stärker über den europäischen Spotmarkt.
Regulierte Abgaben & Steuern
Erdgasabgabe (6,6 ct/m³), CO₂-Preis (55 €/t in 2025) und Gasnetzentgelte werden staatlich festgesetzt. Änderungen – wie die Rückkehr zur vollen Erdgasabgabe 2025 – schlagen sich direkt auf die Rechnung nieder. Details zu Steuern und Abgaben auf Energie.
Wechselkurse & LNG
LNG (Flüssigerdgas) aus Norwegen, den USA oder dem Nahen Osten wird international in US-Dollar gehandelt. EUR/USD-Schwankungen und die globale LNG-Nachfrage (z. B. aus Asien) beeinflussen daher auch österreichische Gaspreise.
Erneuerbare Energien & Energiewende
Der Ausbau von Wind- und Photovoltaik verringert langfristig die Gasnachfrage in der Stromerzeugung. Das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) zielt auf 100 % erneuerbaren Strom bis 2030. Biomethan und grüner Wasserstoff sollen den fossilen Gasanteil ersetzen.
Transportkosten & Netzinfrastruktur
Pipeline- und LNG-Transportkosten beeinflussen die Endpreise und werden durch die E-Control im Rahmen der SNE-V reguliert. Investitionen in neue Leitungen (z. B. Ausbau der WAG bis 2027) können die Versorgungssicherheit erhöhen, aber kurzfristig die Netzentgelte steigen lassen.
Häufige Fragen zu den Gaspreisen in Österreich
Die Gaspreise 2026 steigen aus drei Hauptgründen: Die Gasnetzentgelte wurden österreichweit um durchschnittlich 18,2 % erhöht (+65 €/Jahr für einen Durchschnittshaushalt), die Erdgasabgabe gilt seit Jänner 2025 wieder im vollen Ausmaß von 6,6 ct/m³ (+93 €/Jahr), und der CO₂-Preis beträgt 55 Euro pro Tonne (+165 €/Jahr bei 15.000 kWh). Zudem hat der Wegfall russischer Gaslieferungen seit Jänner 2025 zu höheren Beschaffungskosten am Spotmarkt geführt.
Der Gaspreis in Österreich beträgt im Durchschnitt 8 bis 10 ct/kWh brutto – inklusive Netzentgelt, Steuern und Abgaben (Stand Mai 2026). Der reine Energiearbeitspreis des Lieferanten liegt bei ca. 4–6 ct/kWh netto. Für einen typischen Haushalt mit 15.000 kWh Jahresverbrauch (Heizung und Warmwasser) ergeben sich damit jährliche Gesamtkosten von ca. 1.200 bis 1.500 Euro.
Eine sichere Prognose ist nicht möglich. Nach dem Rückgang auf ca. 28–30 Euro/MWh im Jahr 2024 ist der TTF-Referenzpreis im März 2026 auf rund 55–56 Euro/MWh gestiegen. Analysten erwarten mittelfristig eine gewisse Stabilisierung, aber keine Rückkehr zu den Niedrigpreisen vor der Energiekrise. Der strukturelle Wegfall günstiger russischer Pipeline-Lieferungen und die CO₂-Bepreisung wirken dauerhaft preistreibend.
Ja – ein Anbieterwechsel lohnt sich fast immer. Die Preisunterschiede zwischen dem günstigsten und teuersten Gasanbieter betragen häufig mehrere Hundert Euro pro Jahr. Wer noch im Grundversorgungs- oder Auffangtarif geblieben ist, zahlt oft deutlich zu viel. Nutzen Sie den Gaspreisvergleich, um aktuelle Angebote zu vergleichen, und lesen Sie unsere Anleitung zum Gasanbieter wechseln.
Ein typischer österreichischer Haushalt verbraucht ca. 15.000 kWh Gas pro Jahr für Heizung und Warmwasser. Kleinere Wohnungen (50 m²) kommen auf etwa 7.500 kWh, größere Einfamilienhäuser auf 25.000 kWh und mehr. Detaillierte Richtwerte nach Wohnungsgröße finden Sie in unserem Ratgeber zum Gasverbrauch im Haushalt.
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