Was ist ein Stromzähler und wie funktioniert er?

Der Stromzähler ist ein Messgerät, das den Stromverbrauch Ihres Haushalts in Kilowattstunden (kWh) misst. Anhand Ihres Stromverbrauchs errechnet Ihr Energieanbieter schließlich Ihre Energiekosten. Grundsätzlich gibt es in Österreich drei Arten von Stromzählern:

Eintarifzähler

Der klassische Zähler mit einer Drehscheibe. Noch am häufigsten in Österreich. Der Verbrauch aktualisiert sich laufend, sobald Sie Strom verbrauchen.

  • 1 Zählwerk
  • Gleicher kWh-Preis Tag & Nacht
  • Jährliche manuelle Ablesung

Doppeltarifzähler

Zwei Zählwerke für Hochtarif (HT) und Niedertarif (NT). Der kWh-Preis ist nachts deutlich günstiger als tagsüber. Beide Stände werden separat berechnet.

  • 2 Zählwerke (HT + NT)
  • Günstigerer Nachtstrom
  • Beide Stände jährlich ablesen

Smart Meter

Der digitale Zähler misst Ihren Verbrauch in Intervallen und übermittelt die Daten automatisch an den Netzbetreiber. Ein Kurvenanstieg zeigt Stromfresser sofort an.

  • Digitale Anzeige
  • Automatische Übermittlung
  • Echtzeit-Einblick per App

Wo finde ich meinen Stromzähler?

Typische Plätze, an denen ein Stromzähler installiert ist, sind im Keller oder im Flur Ihres Wohnhauses bzw. Ihrer Wohnung. Meist befindet er sich in unmittelbarer Nähe des Sicherungskastens. In Miethäusern ist es nicht unüblich, dass Sie die Stromzähler aller Parteien eines Hauses nebeneinander aufgereiht vorfinden.

Welcher Zähler zu Ihrer Wohnung gehört, können Sie anhand Ihrer Zählernummer herausfinden. Diese können Sie Ihrer Jahresrechnung entnehmen.

Sollten Sie Schwierigkeiten haben, Ihren Stromzähler ausfindig zu machen, fragen Sie am besten bei Ihrem Vermieter oder Hausverwalter nach.

Wie lese ich meinen Stromzähler richtig ab?

Die für Sie wichtigen Informationen auf dem Stromzähler sind die Zählernummer und der Zählerstand.

Zählernummer

Die Zählernummer benötigen Sie, um von Ihrem Energieanbieter oder Netzbetreiber genau zugeordnet werden zu können. Sie ist sozusagen Ihre persönliche Identifizierungsnummer - die Hausnummer Ihrer Verbrauchsstelle. Sie wird beispielsweise auch benötigt, wenn Sie Ihre Zählpunktbezeichnung herausfinden möchten. Die Zählernummer finden Sie im unteren Bereich des Stromzählers. Nach dem Kürzel "Nr." folgt meist eine 6- bis 8-stellige Ziffernreihe.

Zählerstand

Der Zählerstand gibt Ihren Energieverbrauch in Kilowattstunden an und befindet sich im oberen Bereich Ihres Stromzählers. Die weißen Zahlen auf einer schwarzen Drehscheibe bzw. einem schwarzen Zählwerk zeigen Ihren aktuellen Verbrauch an und aktualisieren sich fortlaufend. Die Ziffer nach dem Komma, meist rot umrandet, müssen Sie allerdings nicht angeben.

Bei einem Doppeltarifzähler finden Sie zwei Zählerstände vor. Der HT-Zählerstand befindet sich meist ganz oben, der NT-Zählerstand ist direkt darunter. In diesem Fall müssen Sie beide Zählerstände angeben.

Ein Doppel- oder Zweitarifzähler zeigt zwei Zählerstände an, besitzt jedoch auch nur eine Zählernummer!

Sollten Sie bereits einen Smart Meter installiert haben, können Sie Ihren Stromverbrauch über eine Handy-App bzw. über Ihren Internet-Browser einsehen und kontrollieren.

Schritt-für-Schritt: Stromzähler ablesen

1

Zähler finden

Suchen Sie Ihren Stromzähler im Keller, Flur oder in der Nähe des Sicherungskastens.

2

Zählernummer notieren

Finden Sie die Nummer im unteren Bereich nach "Nr." - gleichen Sie sie mit Ihrer Jahresrechnung ab.

3

Zählerstand ablesen

Weißen Zahlen auf der Drehscheibe ablesen. Nur Ziffern vor dem Komma - rot umrandete Stelle ignorieren.

4

Zählerstand übermitteln

Per Ablesekarte (Post/E-Mail), Online-Kundenportal oder telefonisch an Ihren Netzbetreiber.

Was muss ich bei der Übermittlung meines Zählerstandes beachten?

Kontrollieren Sie Ihren Zählerstand. Auch wenn ein Techniker Ihres Netzbetreibers Ihren Jahresstromverbrauch abliest, sollten Sie sich ebenfalls den Zählerstand notieren. Zum einen als Kontrolle, zum anderen für Ihre persönlichen Unterlagen, damit Sie stets einen Überblick bezüglich Ihres Energieverbrauchs haben.

Jährliche Ablesung und Abrechnung

Sie müssen einmal jährlich Ihrem Netzbetreiber Ihren Zählerstand übermitteln. So funktioniert der Abrechnungskreislauf:

1

Vorjahresverbrauch als Basis

Ihr Stromanbieter nimmt Ihren Verbrauch aus dem Vorjahr und errechnet darauf basierend Ihre monatlichen Abschlagszahlungen.

2

Jahresablesung durch den Netzbetreiber

Am Ende des Jahres übermittelt Ihr Netzbetreiber den tatsächlichen Verbrauch Ihres Haushaltes an Ihren Stromanbieter.

3

Nachzahlung oder Gutschrift

War Ihr Verbrauch höher als geschätzt, werden Sie zu einer Nachzahlung aufgefordert. War er niedriger, erhalten Sie eine Gutschrift für das nächste Vertragsjahr. Die Abschlagszahlungen können auch aliquot angepasst werden.

Wie übermitteln Sie den Zählerstand?

Bei einigen Netzbetreibern können Sie selbst wählen, ob Sie den Zählerstand selbst ablesen und übermitteln möchten oder ob ein Techniker des Netzbetriebs dies für Sie übernehmen soll. Wenn Sie dies selbst erledigen möchten, wird Ihnen eine Ablesekarte per Post oder via E-Mail zugestellt, in der Sie Ihren Zählerstand sowie das Ablesedatum und Ihre Zählernummer eintragen müssen. Bei diversen Online-Tarifen werden Sie gebeten, Ihren Zählerstand über ein Online-Kundenportal bekannt zu geben.

Wenn Sie bereits einen Smart Meter installiert haben, wird Ihr Stromverbrauch automatisch in regelmäßigen Intervallen an Ihren Netzbetreiber übermittelt. Eine manuelle Ablesung ist in diesem Fall nicht notwendig.

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Häufig gestellte Fragen

Wenn Sie Ihren Zählerstand nicht fristgerecht übermitteln, schätzt Ihr Netzbetreiber den Verbrauch. Diese Schätzung basiert auf Ihrem bisherigen Verbrauchsprofil, kann aber ungenau sein und zu einer höheren Nachzahlung führen. Daher ist es ratsam, den Zählerstand immer rechtzeitig abzulesen und zu übermitteln.

Ja - wenn Sie bereits einen Smart Meter installiert haben, können Sie Ihren Verbrauch über die App oder das Web-Portal Ihres Netzbetreibers in Echtzeit verfolgen. Bei einem klassischen Zähler ist die manuelle Ablesung nötig. Viele Netzbetreiber bieten zudem ein Online-Kundenportal an, über das Sie Ihren Zählerstand bequem übermitteln können.

Ein unerwartet hoher Zählerstand kann verschiedene Ursachen haben: defekte Geräte, ein fehlerhafter Zähler oder ein Stromdiebstahl. Prüfen Sie zunächst, ob alle Geräte ordnungsgemäß funktionieren. Schalten Sie alle Verbraucher ab - dreht sich die Scheibe weiter, könnte der Zähler defekt sein. Kontaktieren Sie in diesem Fall Ihren Netzbetreiber, um den Zähler überprüfen zu lassen.

Ja. Bei einem Anbieterwechsel müssen Sie Ihren aktuellen Zählerstand angeben. Damit wird sichergestellt, dass sowohl der bisherige als auch der neue Anbieter wissen, welcher Verbrauch wem zuzuordnen ist. Den Zähler selbst müssen Sie nicht austauschen - dieser gehört dem Netzbetreiber und bleibt unverändert.

Laut gesetzlicher Vorgabe sollen bis Ende 2024 mindestens 95 % aller österreichischen Haushalte mit einem Smart Meter ausgestattet sein. Der Rollout wird von den jeweiligen Netzbetreibern durchgeführt. Wenn Sie noch keinen Smart Meter haben, wird sich Ihr Netzbetreiber rechtzeitig mit Ihnen in Verbindung setzen.