Was ist ein Smart Meter?

Ein Smart Meter ist ein digitaler Energiezähler, der den Energieverbrauch in Echtzeit erfasst und kommuniziert. Im Gegensatz zu herkömmlichen analogen Zählern ermöglichen digitale Energiezähler eine präzisere und detailliertere Erfassung des Energieverbrauchs. Sie können nicht nur den Gesamtverbrauch messen, sondern auch den zeitlichen Verlauf sowie den Verbrauch einzelner Geräte oder Haushaltsbereiche erfassen.

Ein typisches Smart Meter System besteht aus drei Hauptkomponenten:

1

Der Zähler

Erfasst den Energieverbrauch präzise und digital - ersetzt den herkömmlichen Ferraris-Zähler.

2

Das Kommunikationsmodul

Ermöglicht die drahtlose Übertragung der Verbrauchsdaten an den Netzbetreiber.

3

Die Datenmanagementplattform

Verarbeitet und speichert die Daten für Abrechnung und weitere Analyse.

Funktionen eines Smart Meters

Ein Smart Meter misst und speichert den Stromverbrauch alle 15 Minuten im Gerät und summiert diese Werte täglich auf. Die Daten werden automatisch an den Netzbetreiber übermittelt, um eine präzise Abrechnung zu ermöglichen. Haushalte können dabei zwischen drei Konfigurationen wählen:

Opt-in

IME - Erweitert

Intelligentes Messgerät in der erweiterten Konfiguration

  • Verbrauchswerte alle 15 Min. täglich übermittelt
  • Detaillierte Online-Verbrauchsanalyse
  • Zeitvariable Tarife nutzbar
  • Fernsteuerung & Leistungsbegrenzung
Standard

IMS - Standard

Intelligentes Messgerät in der Standardkonfiguration

  • Ein Gesamtverbrauchswert täglich übermittelt
  • Zeitnahe Abrechnung bei Wechsel
  • Fernsteuerung & Leistungsbegrenzung
  • Keine detaillierte Verbrauchsanalyse
Opt-out

DSZ - Standardzähler

Digitaler Standardzähler ohne intelligente Funktionen

  • Zählerstand bedarfsweise auslesbar
  • Keine Verbrauchswerte gespeichert
  • Keine Fernsteuerung
  • Keine Leistungsbegrenzung

Die Einstellungsoptionen im Vergleich

Die Einstellungsoptionen des Smart Meters im Vergleich: IME, IMS und DSZ
Funktion IME (Opt-in) IMS (Standard) DSZ (Opt-out)
Übermittlung durchschnittlicher Tagesverbrauchswert - -
Übertragung sämtlicher Tagesverbrauchswerte - -
Bedarfsabhängige Ablesung
Ferngesteuerte Ein- und Abschaltung -
Leistungsbeschränkung -
Detaillierte Verbrauchsanalyse - -
Stichprobenartige Verbrauchsanalyse -

Quelle: Wahlmöglichkeiten für Haushalte, E-Control

Auch nach der Installation eines Smart Meters können Haushalte ihre Konfiguration jederzeit ändern, indem sie ihren Energieversorger oder Netzbetreiber kontaktieren.

Muss ich meinen Smart Meter ablesen?

Dank des digitalen Stromzählers ist die jährliche Ablesung überflüssig. Der Smart Meter überträgt automatisch den Stromverbrauch an den Netzbetreiber. Verbraucher können jederzeit ihren aktuellen Verbrauch online über das Webportal ihres Netzbetreibers oder eine Smartphone-App abrufen.

Was sind die Vor- und Nachteile von digitalen Zählern?

Vorteile

  • Echtzeitüberwachung - Verbraucher können ihren Energieverbrauch in Echtzeit überwachen, was zu bewussterem Energieverbrauch führen kann.
  • Präzise Abrechnung - Genaue Erfassung ermöglicht fairere Rechnungen ohne Schätzungen.
  • Netzoptimierung - Energieversorger können das Stromnetz effizienter betreiben, da sie den Verbrauch besser prognostizieren können.
  • Geringerer Aufwand - Einfacher Ummelde- und Aktivierungsprozess bei Umzug, ohne dass ein Mitarbeiter vor Ort sein muss.
  • Keine zusätzlichen Kosten - Installations- und Wartungskosten werden durch Messentgelte und Netztarife gedeckt.

Nachteile

  • Datenschutzbedenken - Die kontinuierliche Erfassung von Verbrauchsdaten (Stromnutzungszeiten, Geräte, Besuchermuster) wirft Datenschutzfragen auf.
  • Abhängigkeit von Technologie - Ein Ausfall der Smart-Meter-Technik kann zu Problemen bei der Verbrauchserfassung führen.
  • Cybersicherheit - Als vernetztes Gerät unterliegt der Smart Meter IT-Sicherheitsrisiken, die durch gesetzliche Standards minimiert werden.

Warum werden Smart Meter in Österreich benötigt?

Die Energiewende erfordert eine Umstellung weg von fossilen Brennstoffen hin zu erneuerbaren Energien. Smart Meter sind ein entscheidender Bestandteil, da sie durch präzise Verbrauchsdaten die Stabilität der Stromnetze gewährleisten und übermäßige Kosten vermeiden können.

Die zunehmende Dezentralisierung der Stromerzeugung sowie individuelle Verbrauchsmuster erfordern zeitnahe und zuverlässige Daten, um das Netz effizient zu managen und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Digitale Zähler ermöglichen es, Verbrauchsspitzen zu glätten und vorhandene Speicherkapazitäten besser zu nutzen.

Besteht eine Pflicht in Österreich?

In Österreich gibt es keine generelle Pflicht zur Installation von Smart Metern für private Haushalte. Die Einführung wird jedoch von staatlicher Seite als Teil der Energiepolitik zur Förderung der Energiewende gefördert.

Wie weit ist das Rollout in Österreich?

Das gesetzliche Ziel gemäß der Intelligenten Messgeräte-Einführungsverordnung (IME-VO) von 95 % bis Ende 2024 wurde erreicht und sogar übertroffen. Ende 2024 waren 6,53 Millionen der insgesamt 6,74 Millionen Zählpunkte mit Smart Metern ausgestattet - ein Ausrollungsgrad von 96,9 %. 90 von 117 Netzbetreibern haben das 95-%-Ziel erreicht.

64,5 %

Ende 2022

81,9 %

Ende 2023

96,9 %

Ende 2024

Ziel von 95 % übertroffen

~97 %

Ende 2025

Nahezu Voll-Rollout

Quelle: E-Control Monitoringbericht Smart Metering 2025

Ab ca. 2028 ist die Einführung von Smart Meter 2.0 geplant - mit viertelstündlicher Datenübermittlung als Standardeinstellung. Ein entsprechender Companion Standard wird bis Ende Q1 2026 erarbeitet.
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Häufige Fragen zum Smart Meter

Die Installation eines Smart Meters kann nicht abgelehnt werden, da dies vom Netzbetreiber durchgeführt wird. Allerdings können Sie sich für die Opt-out-Variante (DSZ - Digitaler Standardzähler) entscheiden. Dabei werden die intelligenten Funktionen deaktiviert und keine Verbrauchswerte gespeichert.

Sie können jederzeit zwischen den drei Konfigurationen wechseln, indem Sie Ihren Netzbetreiber oder Energieversorger kontaktieren. Der Wechsel ist kostenlos.

Nein. Die Installationskosten werden durch die bestehenden Messentgelte und Netztarife gedeckt. Auch die Wartung übernimmt der Netzbetreiber. Es fallen keine zusätzlichen Kosten für den Haushalt an.

Bei der IME-Konfiguration können Sie Ihren detaillierten Stromverbrauch über das Online-Portal Ihres Netzbetreibers oder eine Smartphone-App abrufen. Bei der IMS-Konfiguration ist eine eingeschränkte Einsicht möglich. Bei der DSZ-Konfiguration kann der aktuelle Zählerstand nur direkt am Gerät abgelesen werden.

Nein. Die elektromagnetische Strahlung eines Smart Meters liegt weit unter den gesetzlichen Grenzwerten und ist vergleichbar mit der Strahlung eines WLAN-Routers. Die Datenübertragung erfolgt zudem nur kurzzeitig, in der Regel einmal täglich.