−7,6
Jahresveränderung
Strompreisindex Feb. 2026 vs. Feb. 2025 (Energieagentur)
25,7
Ø Haushaltsstrompreis 2024
Inkl. Netz, Steuern & Abgaben (Eurostat)
~20,2
Vorkrisenniveau 2019
Zum Vergleich: Preis vor der Energiekrise
Strompreisentwicklung in Österreich seit 2019
Durchschnittlicher Haushaltsstrompreis in Cent pro kWh (inkl. Netzentgelte, Steuern und Abgaben).
Source : Eurostat (nrg_pc_204), Band DC, inkl. aller Steuern & Abgaben
Datentabelle anzeigen
| Jahr | Ø Strompreis (Ct/kWh) | Veränderung |
|---|---|---|
| 2019 | 20,2 | - |
| 2020 | 21,1 | +4,5 % |
| 2021 | 22,4 | +6,2 % |
| 2022 | 26,3 | +17,4 % |
| 2023 | 28,6 | +8,7 % |
| 2024 | 25,7 | -10,1 % |
Aktuelle Strompreisentwicklung 2026
Nach dem Krisenhoch von 2023 (Ø 28,6 Ct/kWh) normalisieren sich die Preise allmählich. Der Strompreisindex der Österreichischen Energieagentur zeigt im Februar 2026 einen Rückgang von 7,6 % gegenüber dem Vorjahr.
Trotz der sinkenden Energiepreise blieben einige Kostenblöcke hoch. Im Jahr 2025 wirkten sich folgende Faktoren preistreibend aus:
Ende der Strompreisbremse
Seit Juli 2024 zahlen Verbraucher wieder den vollständigen Tarifpreis - die staatliche Subvention auf die ersten 2.900 kWh entfällt.
Erhöhung der Netzentgelte
Die Netzentgelte stiegen 2025 im Schnitt um rund 73 Euro pro Jahr - je nach Bundesland unterschiedlich stark.
Elektrizitätsabgabe verfünfzehnfacht
Von 0,001 auf 0,015 €/kWh - bei 3.500 kWh Verbrauch sind das rund 53 € statt 3,50 € pro Jahr.
CO₂-Bepreisung gestiegen
Von 45 auf 55 € pro Tonne in 2025. Unternehmen geben die Mehrkosten an Endverbraucher weiter.
Woraus setzt sich der Strompreis zusammen?
Der Strompreis für Haushalte besteht aus drei Hauptkomponenten. Die Aufteilung für einen Musterhaushalt in Wien (3.500 kWh/Jahr, 2024):
52,86 %
Energiepreis
Arbeitspreis + Grundpreis des Lieferanten
25,45 %
Netzentgelte
Kosten für Transport & Verteilung
21,69 %
Steuern & Abgaben
USt., Elektrizitätsabgabe, Gebrauchsabgabe
Der Energiepreis ist die einzige Komponente, die Sie durch einen Anbieterwechsel direkt beeinflussen können. Steuern & Abgaben sowie Netzentgelte sind gesetzlich geregelt und für alle Lieferanten in einer Region gleich.
Was bedeutet die Strompreisentwicklung für mich?
Die Entwicklung der Strompreise liegt nicht in Ihrer Hand - aber Sie können aktiv Ihre Kosten senken. Ein regelmäßiger Anbietervergleich und -wechsel lohnt sich, denn Anbieter bieten Neukunden oft deutlich günstigere Konditionen als Bestandskunden.
Fixpreis vs. Indexgebundener Tarif
Vorteile
- Fixpreistarife: Ihr Strompreis bleibt über einen festgelegten Zeitraum gleich, unabhängig von Börsenschwankungen.
- Volle Planungssicherheit für Ihr Haushaltsbudget.
- Einfacher Vergleich dank fester Konditionen.
Nachteile
- Indexgebundene Tarife: Ihr kWh-Preis ändert sich regelmäßig (meist monatlich) je nach Strompreisindex.
- CAP-Tarife bieten eine Preisobergrenze, aber zu höherem Grundpreis.
- Weniger Planungssicherheit bei volatilen Märkten.
Expertentipp von Christoph Kain
Halten Sie die Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist Ihres aktuellen Vertrags im Auge und nutzen Sie bei Gelegenheit das Sonderkündigungsrecht, um den Anbieter zu wechseln. Anbieter ändern laufend die Preise - wer regelmäßig vergleicht, spart am meisten.
Historische Strompreisentwicklung: Wie sind wir hierhin gekommen?
Bis 2020 lagen die Haushaltsstrompreise in Österreich bei rund 20–21 Ct/kWh mit einer relativ stabilen Entwicklung. Die Haupttreiber waren Anpassungen bei Steuern, Abgaben und Netzentgelten. Ab 2021 änderte sich die Dynamik grundlegend:
Nachfrage und Rohstoffpreise steigen
Steigende Nachfrage in Industrie und Haushalten sowie anziehende Rohstoffpreise für Gas, Öl und Kohle trieben die Stromkosten in die Höhe.
Ø 22,4 Ct/kWh (+6 %)
Energiekrise: Preise auf Rekordniveau
Der russische Angriff auf die Ukraine und die damit verbundenen Lieferengpässe brachten die Strompreise auf ein neues Allzeithoch.
Ø 26,3 Ct/kWh (+17 %)
Krisenmaximum trotz Strompreisbremse
Die Strompreisbremse (max. 10 Ct/kWh auf die ersten 2.900 kWh) minderte die Belastung. Dennoch erreichte der Durchschnittspreis den Höchststand.
Ø 28,6 Ct/kWh (+9 %)
Erste Normalisierung
Sinkende Großhandelspreise entlasteten die Endkunden. Der Durchschnittspreis fiel - weiterhin über dem Vorkrisenniveau.
Ø 25,7 Ct/kWh (−10 %)
Neue Kostenblöcke trotz sinkender Großhandelspreise
Ende der Strompreisbremse, Netzentgelte +73 €/Jahr, Elektrizitätsabgabe von 0,001 auf 0,015 €/kWh und CO₂-Bepreisung auf 55 €/Tonne drücken die Endkundenpreise nach oben.
Strompreisindex Feb. 2026: −7,6 % ggü. Vorjahr
Prognose: Wie entwickeln sich die Strompreise weiter?
Die Strompreise werden auch zukünftig von einer Vielzahl an Faktoren geprägt sein. Neben der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung, der Inflation und dem Verbraucherverhalten wird insbesondere die Energiewende die Strommärkte nachhaltig verändern.
Kurzfristig
Der Ausbau erneuerbarer Energien und die Entwicklung von Speichertechnologien führen zu einer höheren Volatilität der Strompreise. Geopolitische Krisen bleiben ein Risikofaktor.
Längerfristig
Die zunehmende Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen durch erneuerbare Energien sollte zu einer Stabilisierung der Strompreise beitragen.
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