+1,3 %

Strom-Netzentgelte

Durchschnittlicher Anstieg der Stromnetzgebühren 2026

+18,2 %

Gas-Netzentgelte

Durchschnittlicher Anstieg der Gasnetzgebühren 2026

9,40 ct/kWh

Ø Strom-Netzentgelt

Durchschnittliches Netzentgelt für Strom in Österreich (exkl. USt.)

Was sind Netzgebühren?

Die Netzentgelte bzw. Netzgebühren stellen Gebühren dar, die an den Netzbetreiber entrichtet werden müssen. Im Unterschied zum reinen Strompreis und Gaspreis, der durch den Stromanbieter und Gasanbieter festgelegt wird, obliegt die Festlegung des Netztarifs nicht allein dem Netzbetreiber.

Die Aufsichtsbehörde E-Control bestimmt die Höhe der Netztarife in den verschiedenen Bundesländern, um gerechte Bedingungen im liberalisierten Markt zu gewährleisten. Die Verantwortung für die Begleichung der Netzgebühren in Österreich liegt bei den Strom- und Gasverbraucher/innen.

Gut zu wissen: Netzgebühren können nicht durch einen Anbieterwechsel beeinflusst werden - sie werden von der E-Control reguliert und gelten einheitlich im jeweiligen Netzgebiet. Durch einen Wechsel des Stromanbieters lassen sich jedoch die Energiekosten senken.

Netzentgelte auf der Stromrechnung

Die Netzgebühren machen rund ein Viertel der gesamten Stromrechnung aus. Für einen Wiener Haushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch ergibt sich folgende ungefähre Aufteilung:

~53 %

Energiepreis

Kosten für den Strom selbst - abhängig vom gewählten Anbieter und Tarif

~25 %

Netzentgelte

Gebühren für Transport und Verteilung - reguliert durch die E-Control

~22 %

Steuern & Abgaben

USt., Elektrizitätsabgabe und kommunale Gebrauchsabgabe

Wie sind die Netzgebühren aufgebaut?

Als Strom- bzw. Gaskunde haben Sie üblicherweise zwei verschiedene Vertragspartner: Ihren Anbieter und Ihren Netzbetreiber. In den meisten Fällen erhalten Kund/innen monatlich eine einzige Strom- bzw. Gasrechnung, die sowohl Energie- als auch Netzgebühren abdeckt (Gesamtrechnung).

Monatliche Gebühren

  • Netznutzungsentgelt: Kosten für Ausbau, Errichtung, Instandhaltung und Betrieb des Energienetzes.
  • Netzverlustentgelt: Ausgleich für physikalisch bedingte Verluste bei der Stromübertragung.
  • Entgelt für Messleistungen: Pauschale für Betrieb und Einrichtung von Stromzählern.

Einmalige Gebühren

  • Netzzutrittsentgelt: Aufwendungen für die Installation von Zähleinrichtungen (40 € bis 500 €).
  • Netzbereitstellungsentgelt: Pauschale für die Bereitstellung der Möglichkeit zur Netznutzung.
  • Entgelt für sonstige Leistungen: Kosten z. B. für Mahnungen oder zusätzliche Ablesungen.

Neue Netzgebühren für Strom 2026

Mit dem Jahreswechsel 2026 sind die Stromnetzentgelte in Österreich nur leicht um durchschnittlich 1,3 % gestiegen - eine deutliche Entspannung gegenüber 2025 (+23 %). Regional gibt es jedoch große Unterschiede: Salzburg profitiert mit −9,1 %, während Burgenland mit +16,1 % am stärksten belastet wird.

Strom-Netzentgelte nach Netzgebiet 2026
Netzgebiet Netzentgelt in ct/kWh (exkl. USt.) Veränderung in € / in %
Österreichweit~9,40+5 € / +1,3 %
Kleinwalsertal~21,41−21 € / −2,3 %
Kärnten~11,58−8 € / −1,7 %
Niederösterreich~10,71+29 € / +6,9 %
Steiermark~10,67−9 € / −2,0 %
Innsbruck~10,08+9 € / +2,2 %
Burgenland~10,02+58 € / +16,1 %
Klagenfurt~9,23−7 € / −1,7 %
Wien~9,19−12 € / −3,0 %
Tirol~8,69+37 € / +11,2 %
Salzburg~8,49−36 € / −9,1 %
Oberösterreich~8,23+3 € / +0,9 %
Linz~7,60+22 € / +7,5 %
Graz~7,34−6 € / −2,0 %
Vorarlberg~6,90−7 € / −2,3 %

Quelle: E-Control, Pressemeldung vom 18.12.2025. Berechnung auf Basis eines Haushalts mit 3.500 kWh Jahresverbrauch. Die ct/kWh-Werte sind gerundete Schätzungen auf Basis der prozentualen Veränderung gegenüber 2025.

Sinkende Netzgebühren in mehreren Regionen: Salzburg (−9,1 %), Wien (−3 %), Vorarlberg (−2,3 %), Steiermark und Graz (−2 %) sowie Kärnten und Klagenfurt (−1,7 %) verzeichnen für 2026 sinkende Stromnetzentgelte. Am stärksten profitiert Salzburg mit rund 36 € weniger pro Jahr.

Neu ab 2026: Sommer-Sonnen-Rabatt

Die E-Control führt ab 2026 einen neuen reduzierten Sommer-Arbeitspreis (RSAP) ein - umgangssprachlich „Sommer-Sonnen-Rabatt" genannt. Ziel ist es, den Stromverbrauch in sonnenreiche Stunden zu verlagern und so den Netzausbau zu reduzieren.

Sommer-Sonnen-Rabatt

Ermäßigung

20 % Rabatt auf das Netznutzungsentgelt

Zeitraum

1. April bis 30. September, täglich von 10:00 bis 16:00 Uhr

Voraussetzung

Smart Meter mit aktivierter Viertelstundenmessung

Der Rabatt wird automatisch auf der Stromrechnung berücksichtigt, sofern ein Smart Meter installiert ist. Verbraucher, die tagsüber beispielsweise eine Wärmepumpe oder ein E-Auto laden, profitieren besonders.

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Neue Netzgebühren für Gas 2026

Im Gegensatz zu den Stromnetzentgelten steigen die Gasnetzgebühren 2026 deutlich um durchschnittlich 18,2 %. Haushalte mit einem Jahresverbrauch von 15.000 kWh müssen mit jährlichen Mehrkosten von rund 72 € rechnen - in Kärnten sogar bis zu 142 €.

Gasnetzentgelte nach Netzgebiet 2026
Netzgebiet Erhöhung zum Vorjahr in € Erhöhung zum Vorjahr in %
Österreichweit+72 €+18,2 %
Kärnten+142 €+35,0 %
Niederösterreich+100 €+30,6 %
Steiermark+104 €+27,7 %
Burgenland+120 €+25,0 %
Wien+85 €+17,0 %
Salzburg+45 €+14,5 %
Vorarlberg+40 €+12,0 %
Tirol+40 €+9,1 %
Oberösterreich+29 €+6,5 %

Quelle: E-Control, Pressemeldung vom 18.12.2025. Berechnung auf Basis eines Haushalts mit 15.000 kWh Jahresverbrauch.

Netzbetreiber nach Bundesland

In Österreich gibt es 119 Stromnetzbetreiber und 19 Gasnetzbetreiber. Anders als beim Energieanbieter kann der Netzbetreiber nicht frei gewählt werden - er ist von der Wohnadresse abhängig.

Wichtigste Netzbetreiber nach Bundesland
Bundesland Wichtigster Netzbetreiber (Strom) Wichtigster Netzbetreiber (Gas)
WienWiener NetzeWiener Netze
NiederösterreichNetz NÖNetz NÖ
OberösterreichNetz OÖNetz OÖ
SteiermarkEnergienetze SteiermarkEnergienetze Steiermark
KärntenKärnten NetzKärnten Netz
SalzburgSalzburg NetzSalzburg Netz
TirolTINETZTIGAS
VorarlbergVorarlberger EnergienetzeVorarlberger Energienetze
BurgenlandNetz BurgenlandNetz Burgenland

Die vollständige Liste aller 119 Stromnetzbetreiber finden Sie auf unserer Seite Netzbetreiber in Österreich.

Warum werden Netzentgelte erhöht?

Netzentgelte steigen aus einer Kombination verschiedener Faktoren:

1

Ausbau und Modernisierung

Integration erneuerbarer Energien erfordert erhebliche Investitionen in die Netzinfrastruktur.

2

Steigende Kosten und Inflation

Beschaffungskosten für Netzkomponenten und Betriebskosten sind deutlich gestiegen.

3

Geringere Strommengen

Rückgang des Verbrauchs durch Energieeffizienz verteilt die Fixkosten auf weniger Kilowattstunden.

4

Neue Aufgaben und Regulierung

Flexibilitätsmärkte, Smart-Meter-Rollout und wachsende regulatorische Anforderungen.

5

Regionale Unterschiede

In ländlichen Regionen sind die Netzbetriebskosten pro Kunde oft höher als in Ballungszentren.

6

Fehlende Leistungsmessung

Ungenaue Messung der Netzbelastung führt zu einer ungerechten Verteilung der Gebühren.

Wie werden Netzgebühren berechnet?

Die Regulierungsbehörde E-Control legt die Netzgebühren per Verordnung auf Grundlage gesetzlicher Bestimmungen fest. Jährliche Anpassungen erfolgen im Januar und variieren entsprechend dem jeweiligen Bundesland.

Die Höhe der Netzgebühren hängt von individuellen Verbrauchsparametern ab, sowohl beim Strom als auch beim Gas. Der Ausbau und Betrieb der Infrastruktur folgt geografischen und geologischen Faktoren, die in den einzelnen Bundesländern zu unterschiedlichen Kostenstrukturen führen.

Smart Meter und Netzentgelte

Der flächendeckende Rollout von Smart Metern in Österreich hat direkte Auswirkungen auf die Netzentgelte. Die digitalen Zähler ermöglichen eine präzisere Messung des Verbrauchs und der Netzbelastung - und sind ab 2026 Voraussetzung für den Sommer-Sonnen-Rabatt.

Vorteile für Verbraucher

  • Genauere Abrechnung statt Schätzungen
  • Echtzeit-Verbrauchsdaten über das Online-Portal
  • Voraussetzung für den Sommer-Sonnen-Rabatt (20 %)
  • Möglichkeit zur Nutzung dynamischer Tarife

Auswirkungen auf Netzentgelte

  • Investitionskosten für den Rollout fließen in die Netzgebühren ein
  • Langfristig sollen die Kosten durch effizienteren Netzbetrieb sinken
  • Leistungsmessung könnte zu neuen Tarifmodellen führen

Trotz steigender Netzentgelte: Stromkosten senken

Netzgebühren sind zwar nicht beeinflussbar, aber der Energiepreis - der mit rund 53 % den größten Anteil Ihrer Rechnung ausmacht - kann durch einen Anbieterwechsel deutlich gesenkt werden.

1

Stromanbieter vergleichen

Der Energiepreis variiert stark zwischen den Anbietern. Ein Strompreisvergleich kann jährliche Einsparungen von 200 € und mehr aufdecken.

2

Sommer-Sonnen-Rabatt nutzen

Mit einem Smart Meter erhalten Sie ab April 2026 automatisch 20 % Rabatt auf Netzgebühren für Verbrauch zwischen 10 und 16 Uhr (April–September).

3

Stromverbrauch reduzieren

Weniger Verbrauch senkt sowohl den Energiepreis- als auch den Netzentgelt-Anteil der Rechnung. Tipps finden Sie auf unserer Seite Stromverbrauch berechnen.

4

Rechnung und Zählerstand prüfen

Kontrollieren Sie auf Ihrer Stromrechnung die Netzgebühren und melden Sie Ihren Zählerstand regelmäßig, um Schätzungen zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen zu Netzentgelten

Nein, der Netzbetreiber ist von Ihrer Wohnadresse abhängig und kann nicht gewechselt werden. Sie können jedoch Ihren Energieanbieter (Strom- oder Gaslieferant) frei wählen und durch einen Wechsel Kosten sparen. Die vollständige Liste der Netzbetreiber nach Bundesland finden Sie auf unserer Seite Netzbetreiber in Österreich.

Die Netzgebühren werden auf Ihrer Stromrechnung unter dem Posten „Netzentgelte" oder „Netzkosten" ausgewiesen. Bei einer Gesamtrechnung (die meisten Kund/innen erhalten eine) sind die Netzkosten separat von den Energiekosten aufgelistet. Die Netzentgelte machen durchschnittlich rund 25 % Ihrer Gesamtrechnung aus.

Die E-Control gibt die neuen Netzentgelte üblicherweise im Dezember des Vorjahres bekannt. Die neuen Tarife treten dann mit 1. Jänner des Folgejahres in Kraft. Für 2027 ist mit einer Veröffentlichung im Dezember 2026 zu rechnen.

Ab 2026 führt die E-Control einen reduzierten Sommer-Arbeitspreis (RSAP) ein: Verbraucher mit Smart Meter erhalten zwischen 1. April und 30. September, täglich von 10 bis 16 Uhr, einen Rabatt von 20 % auf das Netznutzungsentgelt. So werden netzdienliches Verhalten belohnt und der Netzausbau reduziert.

Die Kosten für den Betrieb und Ausbau der Netzinfrastruktur variieren je nach Region. In ländlichen Gebieten sind die Leitungswege länger und die Anschlussdichte geringer, wodurch die Kosten pro Kunde steigen. In Ballungsräumen sind die Netzentgelte tendenziell günstiger als in abgelegenen Gebieten wie dem Kleinwalsertal.

Die Netzgebühren bleiben bei einem Anbieterwechsel unverändert, da diese von der E-Control reguliert werden und vom Netzgebiet abhängen - nicht vom Energielieferanten. Ein Wechsel betrifft ausschließlich den Energiepreis-Anteil Ihrer Rechnung.

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