500–15.000 €

Anschaffungskosten

Je nach System: von Infrarotheizung bis Wärmepumpe

700–3.000 €

Betriebskosten/Jahr

Wärmepumpe am günstigsten, Direktheizung am teuersten

bis 75 %

Förderung

Sauber Heizen für Alle — beim Umstieg auf Wärmepumpe

Welche Arten des Heizens mit Strom gibt es?

Das Heizen mit Strom umfasst unterschiedliche Technologien, die sich stark in ihrer Funktionsweise, Effizienz und Einsatzbereichen unterscheiden. Von der einfachen Direktheizung bis zur hocheffizienten Wärmepumpe — die Wahl des Systems bestimmt maßgeblich die laufenden Kosten.

Elektrische Direktheizung

Bei dieser Form wird elektrische Energie direkt in Wärme umgewandelt. Radiatoren, Konvektoren und Heizlüfter geben die Wärme unmittelbar an den Raum ab — ohne Speicherung. Einfach in der Anschaffung, aber mit hohen laufenden Kosten.

Infrarotheizung

Infrarotheizungen strahlen Wärme in Form von Infrarotstrahlen ab und erwärmen direkt Wände, Möbel und Personen — anstatt die Raumluft zu erhitzen. Besonders energieeffizient für punktuelles Heizen und als Zusatzheizung geeignet.

Nachtspeicherheizung

Eine Nachtspeicherheizung speichert Wärme in speziellen Speicherelementen, die mit günstigem Nachtstrom geladen werden. Tagsüber gibt sie diese Wärme langsam an den Raum ab. Besonders in älteren Gebäuden verbreitet.

Wärmepumpenheizung

Wärmepumpen sind die effizienteste Variante des elektrischen Heizens: Sie nutzen Umweltwärme aus der Luft, dem Boden oder dem Wasser und benötigen nur einen Bruchteil der Energie als Strom. Umweltfreundlich und langfristig die günstigste Lösung.

Gut zu wissen: Nur Wärmepumpen nutzen tatsächlich Umweltwärme — alle anderen Systeme wandeln Strom 1:1 in Wärme um. Das bedeutet: Für 1 kWh Wärme verbraucht eine Direktheizung 1 kWh Strom, eine Wärmepumpe aber nur ca. 0,25 kWh.

Was sind die Kosten für das Heizen mit Strom?

Die Kosten für das Heizen mit Strom variieren erheblich, je nach Art des gewählten Systems. Wärmepumpen sind in der Anschaffung am teuersten, haben aber die niedrigsten Betriebskosten — langfristig kann sich die Investition auszahlen.

Kostenvergleich verschiedener Stromheizungen

Kostenvergleich verschiedener Heizungsarten mit Strom
Kostenfaktor Infrarotheizung Direktheizung Nachtspeicher Wärmepumpe
Anschaffung (€) 500–1.500 1.000–2.000 2.000–4.000 8.000–15.000
Installation (€) 500–1.500 2.000–10.000
Betrieb/Jahr (€) 2.000–3.000 2.000–3.000 1.500–2.500 700–1.500
Wartung/Jahr (€) 0 0 50–150 100–200
Gesamt 1. Jahr (€) 2.500–4.500 3.000–5.000 4.050–8.150 10.800–26.700

Richtwerte für ein Einfamilienhaus (~100 m², mittlere Dämmung). Quellen: Energiesparhaus.at, wohnnet.at.

Kosten im Detail nach Heizungsart

Infrarotheizung

500–1.500 €

Niedrige Anschaffungskosten, aber für mehrere Räume sind mehrere Geräte nötig — die Gesamtkosten steigen entsprechend.

Betriebskosten: 2.000–3.000 €/Jahr, abhängig von Größe, Dämmstandard und Nutzungsintensität. Wartungskosten fallen nahezu keine an.

Geeignet als Zusatzheizung oder für selten genutzte Räume

Elektrische Direktheizung

1.000–2.000 €

Radiatoren und Konvektoren sind günstig in der Anschaffung. Für eine Wohnung liegen die Gesamtkosten bei 1.000 bis 2.000 €.

Betriebskosten: 2.000–3.000 €/Jahr. Wie Infrarotheizungen wartungsfrei — keine laufenden Wartungskosten.

Nur als kurzfristige oder Übergangslösung empfehlenswert

Nachtspeicherheizung

2.000–4.000 €

Installation aufwendiger als bei Direkt- oder Infrarotheizungen — zusätzliche Installationskosten von 500 bis 1.500 €.

Betriebskosten: 1.500–2.500 €/Jahr dank Nachtstromtarifen. Wartung: 50–150 €/Jahr.

Veraltete Technik — Ersatzteile zunehmend schwer verfügbar

Empfehlung

Wärmepumpe

8.000–15.000 €

Höchste Anschaffungskosten. Luft-Wasser: 2.000–4.000 € Installation. Erdwärme: bis zu 10.000 € Installation durch Erdarbeiten.

Betriebskosten: nur 700–1.500 €/Jahr. Wartung: 100–200 €/Jahr.

Langfristig günstigste Option — amortisiert sich nach 4–6 Jahren mit Förderung

Vor- und Nachteile: Heizen mit Strom

Elektrisches Heizen bietet klare praktische Vorteile — doch die laufenden Kosten und die Abhängigkeit vom Strompreis sind gewichtige Nachteile, sofern keine Wärmepumpe eingesetzt wird.

Vorteile

  • Niedrige Anschaffungskosten — besonders bei Direkt- und Infrarotheizungen (ab 500 €)
  • Platzersparnis — kein Heizraum, kein Tank, kein Schornstein nötig
  • Wartungsarm — Direkt- und Infrarotheizungen verursachen keine Wartungskosten
  • Einfache Installation — viele Geräte benötigen nur eine Steckdose
  • Unabhängig von Brennstoffen — kein Gas- oder Ölanschluss erforderlich
  • Kompatibel mit Photovoltaik — selbst erzeugter Strom senkt die Heizkosten

Nachteile

  • Hohe Betriebskosten bei Direktheizungen — 2.000 bis 3.000 € pro Jahr
  • Strompreisabhängig — steigende Strompreise erhöhen die Heizkosten direkt
  • CO₂-Bilanz hängt von der Stromquelle ab — bei fossilem Strommix nicht klimafreundlich
  • Begrenzte Heizleistung — Direkt- und Infrarotheizungen eignen sich nur bedingt als alleinige Heizung
  • Wärmepumpen erfordern hohe Anfangsinvestition (8.000–15.000 € plus Installation)
  • Nachtspeicherheizungen gelten als veraltet — Ersatzteile werden zunehmend schwer verfügbar

Kostenvergleich: Heizen mit Strom, Gas und Öl

Bei der Entscheidung zwischen Strom-, Gas- oder Ölheizungen spielen Investitionskosten, Betriebskosten, Umweltverträglichkeit und Zukunftssicherheit eine entscheidende Rolle.

Jährliche Betriebskosten und CO₂-Emissionen nach Heizsystem
Heizsystem Anschaffung Betrieb/Jahr CO₂
Wärmepumpe 8.000–15.000 € 700–1.500 € Sehr niedrig
Pelletheizung 15.000–25.000 € 1.000–1.600 € CO₂-neutral
Gasheizung 6.000–12.000 € 1.500–2.500 € Hoch
Ölheizung 8.000–15.000 € 2.500–3.500 € Sehr hoch
Stromheizung (Direkt) 500–2.000 € 2.000–3.000 € Strommix

Quellen: wohnnet.at, Energiesparhaus.at. Betriebskosten für ein Einfamilienhaus (~100 m², mittlere Dämmung).

CO₂-Emissionen im Vergleich

CO₂-Ausstoß pro Jahr (Einfamilienhaus, 100 m²)

Wärmepumpe (Ökostrom)
~0 t
Stromheizung (Ökostrom)
~0 t
Stromheizung (AT-Strommix)
~2,5 t
Gasheizung
~4,5 t
Ölheizung
~6,5 t
Kohleheizung
~8 t

Richtwerte für ein Einfamilienhaus mit 20.000 kWh Heizbedarf/Jahr. Quelle: Umweltbundesamt Österreich.

Wichtig: Österreichs Strommix besteht zu rund 80 % aus erneuerbaren Quellen. Wer einen Ökostromtarif wählt, heizt mit Strom nahezu CO₂-frei — ein entscheidender Vorteil gegenüber Gas und Öl.

Wann lohnt sich Heizen mit Strom?

Die Antwort hängt stark von den individuellen Gegebenheiten ab. In Altbauten ohne gute Dämmung sind elektrische Direktheizungen aufgrund der hohen Betriebskosten nicht empfehlenswert. In den folgenden Situationen kann Heizen mit Strom jedoch die richtige Wahl sein:

Gut gedämmte Neubauten

In Passiv- oder Niedrigenergiehäusern ist der Heizbedarf so gering, dass selbst Direktheizungen wirtschaftlich sein können. Wärmepumpen sind hier die Ideallösung.

Kombination mit Photovoltaik

Wer eine Photovoltaikanlage betreibt, kann den Heizstrom teilweise selbst erzeugen. Besonders Wärmepumpen profitieren — die Betriebskosten sinken um 30–60 %.

Zusatz- & Übergangsheizung

Infrarotheizungen eignen sich hervorragend als Ergänzung in selten genutzten Räumen (Gästezimmer, Bad) oder als Übergangsheizung in der Zwischensaison.

Ferienwohnungen & Wochenendhäuser

Bei geringer Nutzung überwiegen die niedrigen Anschaffungskosten und der Wegfall von Wartung. Die Heizung kann per Zeitschaltuhr oder Smart-Steckdose gesteuert werden.

Förderung & EWG-Fahrplan

Österreich fördert den Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme und plant den stufenweisen Ausstieg aus fossilen Heizungen bis 2040. Das ist besonders relevant, wenn Sie von Gas oder Öl auf eine Wärmepumpe umsteigen möchten.

Förderung: Sauber Heizen für Alle

Beim Austausch einer fossilen Heizung gegen eine Wärmepumpe können Förderungen von bis zu 75 % der Investitionskosten beantragt werden. Direkt- und Infrarotheizungen werden nicht gefördert.

Bundesförderung auf einen Blick

75 %

der Investitionskosten gefördert

Zielgruppe

Privatpersonen (Ein-/Zweifamilienhäuser)

Voraussetzung

Austausch einer fossilen Heizung (Öl, Gas, Kohle)

Ablauf

Online-Registrierung + Energieberatung + Antrag

Alle Details zu Heizkostenzuschüssen und Förderungen der Bundesländer finden Sie auf unserer Seite zum Heizkostenzuschuss.

EWG-Fahrplan: Ausstieg aus fossilen Heizungen

Das Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWG) sieht einen stufenweisen Ausstieg aus fossilen Heizsystemen vor — Heizen mit Strom (insbesondere Wärmepumpen) wird dadurch zunehmend zur Standardlösung:

Ab 2025

Keine neuen Öl-, Kohle- und Gasheizungen in Neubauten

Neubauten müssen mit erneuerbaren Heizsystemen ausgestattet werden — Wärmepumpen sind die häufigste Wahl.

Ab 2035

Austauschpflicht für alte Öl- und Kohleheizungen

Anlagen mit Baujahr vor 1980 müssen durch erneuerbare Systeme ersetzt werden.

Bis 2040

Alle fossilen Heizungen ersetzt

Alle Öl-, Gas- und Kohleheizungen müssen durch erneuerbare Systeme ersetzt sein — Österreich soll klimaneutral heizen.

Spartipps für das Heizen mit Strom

Unabhängig vom gewählten System können Sie mit diesen Maßnahmen die Heizkosten deutlich senken:

Stromtarif vergleichen

Wer mit Strom heizt, verbraucht deutlich mehr als ein Durchschnittshaushalt. Ein günstiger Stromtarif spart bei hohem Verbrauch schnell mehrere hundert Euro pro Jahr.

Photovoltaik nutzen

Selbst erzeugter Strom kostet nur 5–8 ct/kWh statt 25+ ct/kWh vom Netz. Besonders mit Batteriespeicher sinken die Heizkosten drastisch.

Thermostat & Zeitsteuerung

Programmierbare Thermostate und Zeitschaltuhren verhindern unnötiges Heizen. Jedes Grad weniger spart bis zu 6 % der Heizkosten.

Gebäude dämmen

Gut gedämmte Gebäude verbrauchen bis zu 50 % weniger Heizenergie. Fenster, Dach und Außenwände sind die größten Hebel.

Richtig lüften

Stoßlüften (5–10 Min.) statt Dauerkippen — das spart Heizenergie und sorgt trotzdem für frische Luft.

Nachtstromtarif nutzen

Für Nachtspeicherheizungen lohnt sich ein spezieller Nachtstromtarif. Der günstigere Nachtstrom kann die Betriebskosten um 20–30 % senken.

Fazit: Was ist besser — Strom, Gas oder Öl?

Die Wahl des Heizsystems hängt von den individuellen Gegebenheiten ab — Gebäudetyp, Dämmung, vorhandene Infrastruktur und Budget spielen eine entscheidende Rolle:

  • Wärmepumpen sind die zukunftssicherste und umweltfreundlichste Lösung — besonders in Kombination mit Photovoltaik und in gut gedämmten Gebäuden. Langfristig die günstigste Option.
  • Gasheizungen sind in Bestandsgebäuden noch verbreitet, aber durch den EWG-Fahrplan ein Auslaufmodell. Ein Umstieg lohnt sich bereits jetzt dank Förderungen.
  • Ölheizungen lohnen sich nur noch in Ausnahmefällen und werden durch gesetzliche Einschränkungen an Bedeutung verlieren.
  • Stromdirektheizungen eignen sich vorrangig als Zusatz- oder Übergangsheizung, für Ferienwohnungen oder in Kombination mit PV-Anlagen in Niedrigenergiehäusern.

Wenn Sie auf Nachhaltigkeit und Unabhängigkeit setzen möchten, ist eine Investition in eine moderne Wärmepumpe — idealerweise kombiniert mit Photovoltaik — die beste Wahl. Aktuelle Förderprogramme reduzieren die Anfangsinvestition erheblich.

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Häufige Fragen zum Heizen mit Strom

Das hängt von der Technologie ab. Direktheizungen und Infrarotheizungen verursachen hohe Betriebskosten von 2.000 bis 3.000 € pro Jahr, da sie Strom 1:1 in Wärme umwandeln. Wärmepumpen hingegen nutzen Umweltwärme und kommen auf nur 700 bis 1.500 € jährlich — und sind damit günstiger als Gas- oder Ölheizungen. In Kombination mit einer Photovoltaikanlage sinken die Kosten noch weiter.

Für Wohnungen eignen sich besonders Infrarotheizungen als Zusatzheizung oder für selten genutzte Räume, da sie platzsparend und einfach zu installieren sind. Als alleinige Heizung in einer Wohnung ist eine Luft-Luft-Wärmepumpe (Split-Klimagerät) die effizienteste Lösung — sie kann im Winter heizen und im Sommer kühlen.

Ja, aber nur mit der richtigen Technologie. Wärmepumpen (Luft-Wasser oder Erdwärme) sind für die Beheizung ganzer Einfamilienhäuser ausgelegt und die empfohlene Lösung. Direktheizungen und Infrarotheizungen sind als alleinige Heizquelle für ein ganzes Haus unwirtschaftlich — die jährlichen Stromkosten wären sehr hoch (3.000–5.000 €).

Eine typische Elektroheizung mit 2 kW Leistung verbraucht bei 8 Stunden Betrieb pro Tag etwa 16 kWh. Bei einem Strompreis von ca. 25 ct/kWh ergibt das 4 € pro Tag bzw. rund 120 € pro Monat — pro Gerät. Für eine ganze Wohnung mit mehreren Heizgeräten multipliziert sich dieser Wert entsprechend.

Ja, erheblich. Wer eine Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher betreibt, kann einen Großteil des Heizstroms selbst erzeugen. Besonders Wärmepumpen profitieren davon: Die Betriebskosten können um 30–60 % sinken. Allerdings liefert die PV-Anlage im Winter weniger Strom — ein Speicher und ein guter Stromtarif für den Restbezug sind daher wichtig.