bis 75 %
Bundesförderung
„Raus aus Öl und Gas“ — einkommensabhängig
3–5 kWh
Wärme pro 1 kWh Strom
Je nach Typ und Jahresarbeitszahl (JAZ)
~750 €
Jahreskosten (120 m²)
Bei JAZ 4 und 25 ct/kWh Strompreis
Wie funktioniert eine Wärmepumpe?
Eine Wärmepumpe funktioniert nach dem umgekehrten Kühlschrank-Prinzip: Statt dem Innenraum Wärme zu entziehen, entzieht sie der Umgebung (Luft, Erdreich oder Grundwasser) thermische Energie und gibt sie an das Heizsystem ab.
Der Wärmepumpen-Kreislauf in 4 Schritten
Verdampfer
Umgebungswärme wird aufgenommen und verdampft das Kältemittel
Verdichter
Komprimiert das Gas und erhöht die Temperatur (benötigt Strom)
Verflüssiger
Überträgt die Wärme an Ihr Heizsystem (Fußboden- oder Wandheizung)
Expansionsventil
Senkt den Druck, Kältemittel wird flüssig — Kreislauf beginnt von vorne
Die drei Wärmepumpen-Typen im Vergleich
In Österreich sind drei Bauarten verbreitet. Jeder Typ nutzt eine andere Wärmequelle — mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen bei Effizienz, Kosten und Genehmigungen.
Luft-Wasser
Wärmequelle: Außenluft
- + Günstigste Anschaffung (8.000–15.000 €)
- + Keine Bohrungen/Genehmigungen nötig
- − Niedrigere JAZ (2,5–3,5)
- − Kann Geräusche verursachen
80 % der Neuinstallationen
Sole-Wasser (Erdwärme)
Wärmequelle: Erdreich
- + Hohe JAZ (4–5), sehr effizient
- + Konstante Erdtemperatur ganzjährig
- − Bohrungen 50–100 m Tiefe erforderlich
- − Höhere Kosten (15.000–25.000 €)
Behördliche Genehmigung nötig
Wasser-Wasser
Wärmequelle: Grundwasser
- + Höchste JAZ (4–5), sehr effizient
- + Konstante Wassertemperatur (8–12 °C)
- − Saug- und Schluckbrunnen erforderlich
- − Wasserrechtliche Genehmigung nötig
Höchste Effizienz möglich
| Luft-Wasser | Sole-Wasser | Wasser-Wasser | |
|---|---|---|---|
| Anschaffung | 8.000–15.000 € | 15.000–25.000 € | 20.000–30.000 € |
| Typische JAZ | 2,5–3,5 | 4,0–5,0 | 4,0–5,0 |
| Genehmigung | Keine | Baulich | Wasserrecht |
| Ideal für | Bestandsgebäude, Nachrüstung | Neubau mit Garten | Grundstück mit Grundwasser |
Effizienz einer Wärmepumpe: Die Jahresarbeitszahl (JAZ)
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) ist die wichtigste Kennzahl für die Effizienz einer Wärmepumpe. Sie gibt an, wie viel Kilowattstunden Heizwärme die Anlage pro eingesetzter Kilowattstunde Strom über ein ganzes Jahr erzeugt.
Mindest-JAZ nach Wärmepumpen-Typ
≥ 3,0
Luft-Wärmepumpe
Mindest-JAZ für Bundesförderung
≥ 4,0
Erdwärme-Wärmepumpe
Empfohlener Richtwert
≥ 4,0
Wasser-Wärmepumpe
Empfohlener Richtwert
Tipps für eine hohe Jahresarbeitszahl
Niedertemperatur-Heizsystem
Fußboden- und Wandheizungen mit einer Vorlauftemperatur von 30–35 °C sind ideal. Je niedriger die benötigte Vorlauftemperatur, desto weniger muss der Verdichter arbeiten — und desto höher fällt die JAZ aus.
Erdreich oder Grundwasser nutzen
Grundwasser (8–12 °C) und Erdreich (ab 10 m Tiefe ganzjährig ~10 °C) liefern konstante Temperaturen — auch im tiefsten Winter. Das ergibt eine deutlich höhere JAZ als Außenluft, die im Winter auf −10 °C oder weniger fallen kann.
Gute Gebäudedämmung
Ein gut gedämmtes Haus hat eine geringere Heizlast. Das bedeutet: Die Wärmepumpe muss weniger leisten, kann mit niedrigerer Vorlauftemperatur arbeiten und erreicht dadurch eine höhere JAZ. Optimal: Heizlast unter 50 W/m².
Korrekte Dimensionierung
Lassen Sie die Wärmepumpe vom Installateur exakt auf den Wärmebedarf Ihres Gebäudes auslegen. Eine überdimensionierte Anlage taktet zu häufig, eine unterdimensionierte muss den Heizstab zuschalten — beides senkt die JAZ.
Was kostet eine Wärmepumpe im Betrieb?
Die laufenden Kosten einer Wärmepumpe bestehen fast ausschließlich aus Stromkosten. Da 75 % der Heizenergie aus der kostenlosen Umgebungswärme stammen, sind die Betriebskosten deutlich niedriger als bei Gas- oder Ölheizungen.
Jährliche Heizkosten im Vergleich (120 m², 12.000 kWh Wärmebedarf)
Schätzwerte auf Basis durchschnittlicher österreichischer Energiepreise 2026. Tatsächliche Kosten können je nach Verbrauch, Tarif und Dämmung abweichen.
Günstige Stromtarife für Wärmepumpen in Österreich
Da die Wärmepumpe Strom benötigt, lohnt sich ein gezielter Tarifvergleich. Viele Anbieter bieten spezielle Wärmepumpen-Tarife oder günstige Nachtstromtarife an — ideal, wenn Ihre Wärmepumpe über einen Pufferspeicher verfügt und nachts laden kann.
aWATTar
DynamischHOURLY
Stündlich wechselnde Börsenstrompreise — ideal mit Smart Meter und Pufferspeicher.
VERBUND
ÖkostromVERBUND-Strom
Österreichweit verfügbar, 100 % Strom aus Wasserkraft. Eigene Wärmepumpen-Tarife.
oekostrom AG
Ökostromoekostrom future
100 % Ökostrom aus Österreich — kombinierbar mit Nachtstrom-Abrechnung.
Kelag
SpezialtarifKelag-ÖKO-Wärmepumpe
Spezieller Wärmepumpen-Stromtarif, österreichweit verfügbar.
Wien Energie
RegionalOptima Wärmepumpe
Günstiger Wärmepumpenstrom für Wien und Umgebung.
Salzburg AG
RegionalStromwärme OK
Spezialtarif für Wärmepumpen und Nachtspeicherheizungen in Salzburg.
Verfügbarkeit und Konditionen können sich ändern. Stand: Mai 2026. Alle Angaben ohne Gewähr.
Förderungen für Wärmepumpen in Österreich 2026
Beim Umstieg auf eine Wärmepumpe greifen in Österreich drei kombinierbare Zuschüsse: Bundesförderung, Landesförderung und — in manchen Fällen — ein zusätzlicher Bonus Ihres Energieversorgers. Zusammen decken sie einen Großteil der Investitionskosten.
1. Bund
bis 7.500 €
Raus aus Öl und Gas
Standardzuschuss beim Umstieg von fossiler Heizung im Einfamilienhaus. Bei niedrigem Einkommen bis zu 100 % der förderfähigen Kosten (max. ~23.000 €).
2. Land
bis ~6.750 €
Wohnbauförderung
Alle neun Bundesländer fördern zusätzlich — z. B. bis zu 3.000 € in der Steiermark, bis zu 6.750 € in Salzburg. Antrag bei der Wohnbauförderungsstelle Ihres Landes.
3. Energieversorger
variabel
Anbieter-Bonus
Energie AG, Kelag, Salzburg AG, VKW und Energie Burgenland bieten eigene Zuschüsse beim Umstieg. Direkt beim Anbieter anfragen.
Voraussetzung für die Bundesförderung: Umstieg von einer fossilen Heizung (Öl, Gas, Kohle) oder Strom-Direktheizung, eine Mindest-Jahresarbeitszahl von 3,0 und — ab 2026 verpflichtend — die Verwendung natürlicher Kältemittel wie Propan oder CO2. Aktuelle Bedingungen vor Antragstellung auf klimafonds.gv.at prüfen.
Vor- und Nachteile einer Wärmepumpe
Die Wärmepumpe ist das effizienteste Heizsystem für gut gedämmte Gebäude — bringt aber auch Einschränkungen mit sich.
Vorteile
- Bis zu 75 % weniger CO2 als Gas- oder Ölheizung
- Niedrige Betriebskosten (ca. 750 €/Jahr für 120 m²)
- Kaum Wartung nötig — keine Verbrennung, kein Schornstein
- Kein Lagerplatz für Brennstoff erforderlich
- Heizen und Kühlen mit einer Anlage möglich
- Ideal kombinierbar mit Photovoltaik und Pufferspeicher
- Hohe Bundesförderung bis zu 75 % der Kosten
Nachteile
- Hohe Anschaffungskosten (8.000–30.000 € je nach Typ)
- Optimaler Wirkungsgrad nur bei Vorlauftemperatur bis 35 °C
- Effizienz sinkt bei großer Temperaturdifferenz (kalte Winter, alte Heizkörper)
- Luft-Wärmepumpen können Außengeräusche verursachen
- Erdwärme/Grundwasser: Bohrungen und Genehmigungen erforderlich
Wärmepumpe mit Photovoltaik: Eine effiziente Kombination
Mit einer Photovoltaik-Anlage können Sie den Strombedarf Ihrer Wärmepumpe teilweise selbst decken und die Betriebskosten weiter senken. Der Eigenverbrauchsanteil lässt sich mit einem Pufferspeicher (Warmwasser) und einem Batteriespeicher deutlich steigern.
~30 %
Eigenverbrauch
PV-Anlage allein
~50 %
Eigenverbrauch
PV + Pufferspeicher
~65 %
Eigenverbrauch
PV + Puffer + Batterie
Der verbleibende Strombedarf kann über einen günstigen Nachtstromtarif oder einen dynamischen Tarif gedeckt werden. So maximieren Sie Ihre Einsparungen: Tagsüber eigener PV-Strom, nachts günstiger Netzstrom.
Häufige Fragen zu Wärmepumpen in Österreich
Eine Wärmepumpe entzieht der Umgebung (Luft, Erdreich oder Grundwasser) Wärme und gibt sie über einen Kältemittelkreislauf an das Heizsystem ab. Das Prinzip ist dem eines Kühlschranks ähnlich, nur umgekehrt: Ein Verdampfer nimmt die Umgebungswärme auf, ein Verdichter (angetrieben durch Strom) komprimiert das Kältemittel und erhöht so die Temperatur, und ein Verflüssiger überträgt die Wärme an die Heizung. Pro 1 kWh eingesetztem Strom erzeugt eine Wärmepumpe je nach Typ 3 bis 5 kWh Heizwärme.
In Österreich sind drei Typen verbreitet: Luft-Wasser-Wärmepumpen (günstigste Anschaffung, JAZ 2,5–3,5), Sole-Wasser-Wärmepumpen / Erdwärme (Erdsonde oder Flächenkollektor, JAZ 4–5) und Wasser-Wasser-Wärmepumpen (Grundwasser als Quelle, JAZ 4–5). Die Luft-Wasser-Variante macht über 80 % der Neuinstallationen aus, da sie ohne Bohrungen oder Brunnen auskommt.
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) gibt an, wie viel Heizwärme eine Wärmepumpe pro eingesetzter kWh Strom über ein ganzes Jahr erzeugt. Eine JAZ von 4 bedeutet: Aus 1 kWh Strom werden 4 kWh Wärme. Je höher die JAZ, desto effizienter und wirtschaftlicher arbeitet die Anlage. Erdwärme- und Grundwasser-Wärmepumpen erreichen typischerweise eine JAZ von 4 bis 5, Luft-Wärmepumpen liegen bei 2,5 bis 3,5.
Der Bund fördert über die Aktion „Raus aus Öl und Gas" den Umstieg von fossilen Heizungen auf Wärmepumpen mit bis zu 75 % der Kosten (einkommensabhängig). Zusätzlich gibt es Landesförderungen, die kumulierbar sind. Die maximale Bundessumme beträgt je nach Einkommen und Sanierungstiefe zwischen 7.500 und 23.000 Euro. Voraussetzung ist eine Mindest-JAZ von 3,0 und die Verwendung natürlicher Kältemittel (ab 2026 verpflichtend).
Ein typisches Einfamilienhaus (120 m², gut gedämmt) benötigt ca. 12.000 kWh Heizwärme pro Jahr. Bei einer Wärmepumpe mit JAZ 4 sind das 3.000 kWh Strom. Bei einem Arbeitspreis von 25 ct/kWh ergeben sich jährliche Stromkosten von ca. 750 Euro. Zum Vergleich: Eine Gasheizung kostet für dieselbe Wärmeenergie rund 1.200 bis 1.500 Euro pro Jahr. Wartungskosten einer Wärmepumpe sind minimal (ca. 100–200 Euro/Jahr).
Ja, die Kombination Wärmepumpe + PV-Anlage ist besonders wirtschaftlich. Der selbst erzeugte Solarstrom deckt einen Teil des Wärmepumpen-Bedarfs und senkt die Betriebskosten weiter. Ein Pufferspeicher und ein Batteriespeicher erhöhen den Eigenverbrauchsanteil zusätzlich, sodass die Wärmepumpe auch nachts mit PV-Strom laufen kann. Der Eigenverbrauchsanteil kann so von ca. 30 % auf über 60 % steigen.
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