3.000–8.000 €

Gesamtkosten

Anschaffung + Installation einer Etagenheizung

100–200 €

Wartung pro Jahr

Jährliche Inspektion und Reinigung

seit 2024

Gasverbot Neubau

Kein Einbau neuer Gasheizungen in Neubauten

Was ist eine Etagenheizung?

In vielen Städten Österreichs, insbesondere in Wien und Graz, prägen Altbauten mit Etagenheizungen das Wohnbild. Diese Heizform ist vor allem in Wohngebäuden beliebt, in denen eine individuelle Regelung der Heiztemperatur und des Warmwassers gewünscht wird. Sie bietet sowohl Mieterinnen und Mietern als auch Eigentümerinnen und Eigentümern eine hohe Unabhängigkeit und Flexibilität.

Zudem sind die Kosten der Installation im Vergleich zu zentralen Heizsystemen oft geringer. Eine weit verbreitete Variante der Etagenheizung ist die Gasetagenheizung. Diese funktioniert mit Erdgas, das über eine Gasleitung in die Wohnung geleitet und in der Gastherme verbrannt wird, um Wärme zu erzeugen. Moderne Gasetagenheizungen sind oft mit einer sogenannten Kombitherme ausgestattet, die sowohl Heizwasser als auch Warmwasser für Bad und Küche bereitstellt.

Funktionsweise einer Etagenheizung

Eine Etagenheizung besteht in der Regel aus einem kompakten Heizgerät, das an einer Wand installiert wird. Je nach Energiequelle kann es sich um eine Gastherme, eine strombetriebene Heizung oder eine Pelletanlage handeln.

Bei Gasetagenheizungen ist die Brennwerttechnik besonders weit verbreitet, da sie neben der eigentlichen Wärmeenergie auch die im Abgas enthaltene Wärme nutzt und dadurch besonders effizient arbeitet.

Bestandteile einer klassischen Gasetagenheizung

Gastherme

Hier erfolgt die Verbrennung des Erdgases zur Wärmegewinnung.

Wärmetauscher

Überträgt die Wärme vom Brenner auf das Wasser im Heizkreislauf.

Umwälzpumpe

Zirkuliert das erwärmte Wasser zu den Heizkörpern in der Wohnung.

Warmwasserspeicher

Integriert oder separat verfügbar, zur Bereitstellung von Warmwasser.

Der Betrieb erfolgt dezentral — jede Wohnung besitzt eine eigene Heizungsanlage und wird daher unabhängig von anderen Wohneinheiten betrieben.

Was sind die Vor- und Nachteile einer Etagenheizung?

Die Entscheidung für oder gegen eine Etagenheizung hängt von verschiedenen Faktoren ab. Neben den technischen Aspekten spielen auch wirtschaftliche Überlegungen und Umweltfragen eine große Rolle.

Vorteile

  • Individuelle Heizsteuerung: Bewohner/innen können individuell festlegen, wann und wie stark geheizt wird.
  • Exakte Kostenkontrolle: Der Energieverbrauch kann präzise gemessen und abgerechnet werden.
  • Platzsparendes Design: Moderne Heizthermen benötigen nur wenig Raum.
  • Wirtschaftlich bei Sanierungen: Bei der Sanierung von Altbauten oft günstiger als ein zentrales System.
  • Schnelle Wärmeverfügbarkeit: Reagieren schnell auf Temperaturänderungen, da keine großen Rohrleitungen beheizt werden müssen.

Nachteile

  • Höherer Wartungsaufwand: Jede Wohnung besitzt ein eigenes Heizgerät, das regelmäßig gewartet werden muss.
  • Investitionskosten: Der Einbau und die Installation können kostenintensiv sein.
  • Abgasführung: Gasetagenheizungen benötigen einen geeigneten Abzug für die Abgase.
  • Energieeffizienz im Vergleich: Viele ältere Gasetagenheizungen sind weniger effizient als moderne zentrale Heizlösungen.
  • Abhängigkeit vom Energieträger: Besonders bei Gasetagenheizungen besteht eine Abhängigkeit von schwankenden Energiepreisen.

Gesetzliche Vorschriften und Sicherheitsanforderungen

In Österreich unterliegt der Einbau und Betrieb einer Etagenheizung strengen gesetzlichen Auflagen. Diese Vorgaben dienen vor allem der Sicherheit der Bewohnerinnen und Bewohner sowie der Energieeffizienz.

1

Installationsvorgaben und Genehmigungen

Der Einbau einer Gasetagenheizung muss von einem zertifizierten Fachbetrieb durchgeführt werden. Vor allem in Altbauten sind zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen notwendig. Eine Genehmigung seitens der zuständigen Behörde ist häufig erforderlich.

2

Abgasanlage und Brandschutz

Gasthermen müssen mit einer sicheren Abgasführung ausgestattet sein, die die Verbrennungsgase zuverlässig nach außen ableitet. Regelmäßige Überprüfungen durch einen Rauchfangkehrer sind gesetzlich vorgeschrieben.

3

Jährliche Wartungspflicht

Gasetagenheizungen unterliegen einer jährlichen Wartungspflicht. Regelmäßige Wartung erhöht die Lebensdauer der Heizung und senkt den Energieverbrauch.

Was bedeutet eine Etagenheizung für den Mieter? In Österreich regeln das Mietrechtsgesetz (MRG) und der Mietvertrag die Rechte und Pflichten. Der Mieter ist meist verpflichtet, Wartungskosten zu übernehmen, sofern dies im Mietvertrag ausdrücklich festgelegt ist. Es ist ratsam, diesen Punkt vor Mietabschluss genau zu prüfen.

Die Kosten einer Etagenheizung

Die Gesamtkosten einer Etagenheizung setzen sich aus Anschaffung, Installation und laufenden Wartungs- und Betriebskosten zusammen.

Kostenübersicht Etagenheizung

Gastherme (Anschaffung)
2.000–5.000 €

Größter Einzelposten — je nach Modell und Leistung

Installation
1.000–3.000 €

Abhängig von den baulichen Gegebenheiten

Wartung (jährlich)
100–200 €/Jahr

Inspektion, Reinigung und kleinere Reparaturen

Die Betriebskosten hängen maßgeblich vom Gasverbrauch und dem aktuellen Gaspreis pro kWh ab. Um die Heizkosten zu reduzieren, ist es sinnvoll, regelmäßig Gasanbieter zu vergleichen und bei Bedarf zu wechseln. Zusätzlich kann ein Heizkostenzuschuss die Belastung senken.

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Zukunft der Etagenheizung und EWG-Fahrplan

Die Zukunft der Etagenheizung in Österreich wird stark von den politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen beeinflusst. Der Klimaplan Österreichs sieht vor, den Einsatz fossiler Brennstoffe langfristig zu minimieren. Deshalb wird der Einsatz alternativer Heizsysteme stark gefördert.

Dennoch bleibt die Etagenheizung in bestehenden Wohngebäuden vorerst relevant. Insbesondere moderne Gasbrennwertgeräte bieten eine Übergangslösung, bis nachhaltigere Technologien flächendeckend zur Verfügung stehen.

Ab 2024

Keine neuen Gasheizungen

Seit Jänner 2024 dürfen in Neubauten keine Gasheizungen mehr installiert werden.

Ab 2025

Keine neuen Öl- & Kohleheizungen

Neubauten müssen mit erneuerbaren Heizsystemen ausgestattet werden.

Ab 2035

Austauschpflicht alte Anlagen

Öl- und Kohleheizungen (Baujahr vor 1980) müssen durch erneuerbare Systeme ersetzt werden.

Bis 2040

Klimaneutral heizen

Alle fossilen Heizungen in Österreich sollen durch erneuerbare Systeme ersetzt sein.

Förderung beim Umstieg

Im Rahmen der Initiative „Sauber Heizen für Alle" fördert der Bund den Umstieg von fossilen auf klimafreundliche Heizsysteme mit bis zu 75 % der Investitionskosten für einkommensschwache Haushalte. Die Standardförderung beträgt bis zu 7.500 €. Zusätzlich gewähren einzelne Bundesländer Heizkostenzuschüsse.

Tipp: Beantragen Sie die Förderung auf meinefoerderung.at, bevor Sie den Heizungstausch beauftragen. Die Förderung muss vor Beauftragung der Arbeiten beantragt werden.

Nachhaltige Alternativen zur Gasetagenheizung

Vor dem Hintergrund des Klimaschutzes und der politischen Zielsetzung, fossile Energieträger zu reduzieren, sind folgende Alternativen interessant:

Pelletheizung

CO₂-neutral, nutzt nachwachsende Rohstoffe. Gesamtkosten 17.000–23.000 €.

Wärmepumpe

Nahezu emissionsfrei, niedrigste Betriebskosten. Anschaffung 7.000–20.000 €.

Photovoltaik

Kombiniert mit Heizsystemen senkt Solarenergie den Energieverbrauch erheblich.

Häufige Fragen zur Etagenheizung

Die Gesamtkosten einer Etagenheizung liegen zwischen 3.000 und 8.000 Euro. Die Anschaffung einer modernen Gastherme kostet 2.000 bis 5.000 €, die Installation 1.000 bis 3.000 €. Hinzu kommen jährliche Wartungskosten von etwa 100 bis 200 €. Die laufenden Betriebskosten hängen vom aktuellen Gaspreis ab.

Ja, bestehende Etagenheizungen sind weiterhin erlaubt und dürfen betrieben werden. Allerdings ist seit dem 1. Jänner 2024 der Einbau von Gasheizungen in Neubauten verboten. In Bestandsgebäuden dürfen Gas-Etagenheizungen vorerst weiterbetrieben werden, müssen aber laut dem geplanten EWG bis 2040 durch erneuerbare Heizsysteme ersetzt werden.

In Österreich regelt das Mietrechtsgesetz (MRG) zusammen mit dem Mietvertrag, wer die Wartungskosten trägt. Der Mieter ist meist verpflichtet, die jährliche Wartung zu übernehmen, sofern dies im Mietvertrag ausdrücklich vereinbart wurde. Bei Reparaturen oder dem Austausch der Therme kommt es auf den Einzelfall und den Zustand der Anlage an. Es ist ratsam, diesen Punkt vor Mietabschluss genau zu prüfen.

Die wichtigsten Alternativen sind Wärmepumpen (nahezu emissionsfrei, niedrigste Betriebskosten), Pelletheizungen (CO₂-neutral, nachwachsender Rohstoff) und Fernwärmeanschlüsse (in städtischen Gebieten). Alle drei Optionen werden im Rahmen der Initiative „Sauber Heizen für Alle" mit bis zu 75 % der Investitionskosten gefördert.

Die Bundesförderung im Rahmen der Initiative „Sauber Heizen für Alle" beträgt bis zu 75 % der Investitionskosten für einkommensschwache Haushalte. Standardmäßig liegt die Förderung bei bis zu 7.500 €. Einzelne Bundesländer gewähren zusätzliche Zuschüsse, wodurch sich der Gesamtförderbetrag erhöhen kann. Details finden Sie auf unserer Seite zum Heizkostenzuschuss.