2.500–4.000 €
Betriebskosten/Jahr
Durchschnittshaushalt (~100 m², mittlere Dämmung)
bis 36 h
Wärmespeicherung
Moderne Geräte, bis zu 72 h mit Smart Home
80 %+
Ökostrom in AT
Österreichs Strommix ist überwiegend erneuerbar
Was ist eine Nachtspeicherheizung?
Eine Nachtspeicherheizung (auch elektrische Speicherheizung oder Nachtstromspeicherheizung) heizt sich während der Schwachlastzeiten — hauptsächlich nachts, vereinzelt auch nachmittags — mit günstigem Strom auf und gibt die gespeicherte Wärme tagsüber über Keramikplatten oder ein Gebläse ab.
Während ältere Modelle die Energie nur wenige Stunden speichern, schaffen moderne Nachtspeicherheizungen mit einer einzigen Nachtstrom-Ladung bis zu 36 Stunden Wärmeabgabe. Geräte mit Smart-Home-Anbindung reagieren auf Wetterumschwünge und speichern Energie für bis zu 72 Stunden.
1. Aufladen
22:00–06:00 Uhr
Günstigerer Nachtstrom wird in Keramik-Speicherkernen als Wärme gespeichert.
2. Speichern
Bis zu 650 °C
Keramikkerne halten die Wärme über Stunden und geben sie kontrolliert ab.
3. Abgeben
Tagsüber
Die gespeicherte Wärme wird per Konvektion oder Gebläse an den Raum abgegeben.
Was kostet eine Nachtspeicherheizung?
Die Anschaffung einer Nachtspeicherheizung ist günstig, die laufenden Betriebskosten sind jedoch die höchsten aller gängigen Heizsysteme — selbst mit einem Nachtstromtarif. Der Grund: Strom ist pro kWh deutlich teurer als Gas, Pellets oder Umweltwärme (Wärmepumpe).
Anschaffungskosten
Ein einzelner Nachtspeicherofen kostet zwischen 500 und 1.500 Euro. Für eine komplette Wohnung (3–5 Geräte) liegen die Anschaffungskosten bei 2.000 bis 6.000 Euro inklusive Installation — deutlich unter anderen Heizsystemen.
Betriebskosten im Vergleich
Jährliche Betriebskosten (~100 m², mittlere Dämmung)
Quellen: wohnnet.at, Energiesparhaus.at. Betriebskosten für einen Durchschnittshaushalt (~100 m², mittlere Dämmung).
Wie kann man bei der Nachtspeicherheizung sparen?
Auch wer vorerst bei der Nachtspeicherheizung bleibt, kann die Kosten deutlich senken. Diese Maßnahmen sind sofort umsetzbar:
Nachtstromtarif nutzen
Ein Zweitarif-Zähler ermöglicht günstigere Nachtstromtarife. Wer noch keinen hat, kann beim Netzbetreiber die Umrüstung beantragen.
Smart Meter einsetzen
Moderne Smart Meter rechnen stundengenau ab — so nutzen Sie automatisch die günstigsten Zeitfenster.
Stromanbieter vergleichen
Nicht alle Anbieter bieten passende Nachtstromtarife. Ein Vergleich kann mehrere hundert Euro pro Jahr sparen.
Gebäudedämmung verbessern
Gut gedämmte Gebäude verbrauchen bis zu 50 % weniger Heizenergie — der größte Hebel bei einer Stromheizung.
Auf moderne Geräte umrüsten
Neue Nachtspeicherheizungen mit integrierter Steuerung speichern effizienter und reagieren auf Wetterumschwünge.
Thermostat richtig einstellen
Tagsüber 20–22 °C, nachts 15–18 °C. Jedes Grad weniger spart bis zu 6 % der Heizkosten.
Stromzähler und Tarife für Nachtspeicherheizungen
Um einen günstigen Nachtstromtarif nutzen zu können, benötigen Sie einen Stromzähler mit zwei Zählwerken. Dieser sogenannte Zweitarif-Zähler erfasst getrennt den Hochtarif (tagsüber) und den Niedertarif (nachts).
Alternativ können moderne Smart Meter stundengenau abrechnen und so noch mehr Einsparpotenzial bieten.
Zweitarif-Zähler
Zwei Zählwerke: Hochtarif (Tag) und Niedertarif (Nacht). Voraussetzung für klassische Nachtstromtarife.
Smart Meter
Stundengenau Abrechnung, automatische Optimierung. Maximales Einsparpotenzial in Kombination mit dynamischen Tarifen.
Nachtspeicherheizung und Ökostrom in Österreich
Nachtspeicherheizungen wandeln 100 % des verbrauchten Stroms in Wärme um. Die Umweltbilanz hängt daher entscheidend von der Herkunft des Stroms ab. Österreich hat hier einen klaren Vorteil gegenüber anderen Ländern:
CO₂-Emissionen im Vergleich (g CO₂/kWh Wärme)
Quelle: Umweltbundesamt Österreich. AT-Strommix: ca. 80 % erneuerbar (Wasserkraft, Wind, Solar).
Verschiedene Modelle von Nachtspeicherheizungen
Nachtspeicherheizungen gibt es in verschiedenen Bauformen. Die Wahl hängt von der Raumgröße, dem vorhandenen Heizsystem und dem Budget ab.
Einzelgeräte
Freistehende Geräte, die einzelne Räume beheizen. Einfache und schnelle Installation, ideal als Zusatzheizung.
500–1.500 € pro Gerät
Zentralheizung
Elektrische Zentralheizung mit Wasserpufferspeicher. Heizt das gesamte Gebäude über Heizkörper oder Fußbodenheizung.
5.000–15.000 €
Fußbodenheizung
Elektrische Fußbodenheizung mit Nachtspeicherung. Gleichmäßige Wärmeverteilung, keine sichtbaren Heizkörper.
30–80 € pro m²
Nachtspeicherheizungen benötigen keinen Wasser- oder Gasanschluss und es besteht keine Einfrier- oder Leckgefahr. Das macht sie ideal für kleine Räume, Ferienwohnungen oder als Ergänzung zu bestehenden Heizsystemen.
Sind Nachtspeicherheizungen verboten?
In Österreich gibt es kein Verbot von Nachtspeicherheizungen. Da sie mit Strom betrieben werden und nicht als „fossiles Heizsystem" im engeren Sinne gelten, fallen sie nicht direkt unter die Austauschpflicht des Erneuerbare-Wärme-Gesetzes (EWG).
In Deutschland wurde ein geplantes Verbot bis 2023 bereits 2013 wieder aufgehoben. Auch dort bleiben Nachtspeicherheizungen weiterhin legal.
Ab 2025
Keine neuen Öl- und Gasheizungen in Neubauten
Nachtspeicherheizungen sind davon nicht betroffen.
Ab 2035
Austauschpflicht für alte fossile Heizungen
Öl- und Kohleheizungen (Baujahr vor 1980) müssen ersetzt werden.
Bis 2040
Alle fossilen Heizungen ersetzt
Nachtspeicherheizungen (Strom) sind nicht direkt betroffen — allerdings sollten alte Geräte auf Asbest geprüft werden.
Enthalten Nachtspeicherheizungen Asbest?
Krebserregendes Asbest wurde bei älteren Modellen als Dämmmaterial verbaut, da es hitzebeständig bis 1.000 °C ist. 1970 wurde Asbest offiziell als krebserregend eingestuft. Je nach Hersteller können Geräte bis ins Baujahr 1984 Asbestteile enthalten. Neue Nachtspeicherheizungen sind generell asbestfrei.
Asbestgehalt nach Hersteller
Geben Sie den Hersteller Ihrer Nachtspeicherheizung ein, um den Asbest-Status zu prüfen:
Kein Hersteller gefunden. Prüfen Sie die Schreibweise oder wählen Sie einen anderen Filter.
Mietminderung bei Asbestverdacht
Ihr Recht als Mieter
Bei berechtigtem Verdacht auf Asbestbelastung können Mieter beim Vermieter eine Mietminderung geltend machen. Der Vermieter ist verpflichtet, die Heizung auf Asbestgehalt prüfen zu lassen und gegebenenfalls eine fachgerechte Sanierung oder Entsorgung zu veranlassen.
Vorteile und Nachteile von Nachtspeicherheizungen
Nachtspeicherheizungen punkten mit niedrigen Anschaffungskosten und einfacher Installation — die hohen Betriebskosten und gesundheitlichen Risiken bei Altgeräten sprechen jedoch zunehmend für einen Umstieg.
Vorteile
- Geringe Anschaffungskosten — ein Einzelgerät ab 500 €, komplette Wohnung ab 2.000 €
- Einfache und schnelle Installation — kein Gas- oder Wasseranschluss nötig
- Kaum Wartungsarbeiten erforderlich
- Ideal für Wohnungen ohne Gas- oder Ölanschluss
- Als Zusatzheizung für einzelne Räume geeignet
- Nutzung günstiger Nachtstromtarife möglich
- In Österreich gute Ökobilanz dank über 80 % erneuerbarem Strom
Nachteile
- Höchste Betriebskosten aller Heizsysteme — 2.500 bis 4.000 €/Jahr
- Hohe Staub- und Bakterienbelastung — problematisch für Allergiker
- Ältere Geräte (vor 1984) können krebserregendes Asbest enthalten
- Trockenes Raumklima durch Konvektionswärme
- Wärmeabgabe schwer steuerbar bei älteren Modellen
- Nachrüstung alter Geräte wirtschaftlich selten sinnvoll
Nachtspeicherheizung: Noch sinnvoll?
In schlecht gedämmten Altbauten sind die Betriebskosten oft kaum tragbar, da die Wärme schnell entweicht. Wirtschaftlich sinnvoll ist die Nachtspeicherheizung nur noch in gut gedämmten Gebäuden (Niedrigenergie- oder Passivhäusern), als temporäre Zusatzheizung oder in Räumen, die nur gelegentlich beheizt werden.
Alternativen zur Nachtspeicherheizung
Wer von der Nachtspeicherheizung umsteigen möchte, hat mehrere Optionen — alle werden durch staatliche Förderungen unterstützt:
Wärmepumpe
Niedrigste Betriebskosten (600–1.500 €/Jahr), nahezu CO₂-frei. Ideal für Neubauten und sanierte Gebäude.
Anschaffung: 7.000–20.000 €
Infrarotheizung
Günstige Anschaffung, keine Speicherung nötig. Ideal als Zusatzheizung oder für kleine Räume.
Anschaffung: 200–800 €
Pelletheizung
CO₂-neutral, stabile Preise. Automatische Brennstoffzufuhr. Benötigt Lagerraum für Pellets.
Anschaffung: 2.000–5.000 €
Kostenlose Beratung zu Strom- und Gastarif
Unsere Berater:innen helfen Ihnen, den passenden Tarif zu finden – kostenlos und unverbindlich.
- Kostenlose Beratung
- Wechsel in 5 Minuten
- Kein Risiko
Häufige Fragen zur Nachtspeicherheizung
Eine Nachtspeicherheizung lädt sich während der Schwachlastzeiten (nachts, teilweise nachmittags) mit günstigem Strom auf und gibt die gespeicherte Wärme tagsüber über Keramikplatten oder ein Gebläse ab. Moderne Geräte können Wärme bis zu 36 Stunden speichern, Smart-Home-fähige Modelle sogar bis zu 72 Stunden.
Nein. In Österreich gibt es kein Verbot von Nachtspeicherheizungen. Allerdings sieht das Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWG) vor, dass bis 2040 alle fossilen Heizsysteme durch erneuerbare ersetzt werden müssen. Da Nachtspeicherheizungen mit Strom betrieben werden und Österreichs Strommix zu über 80 % erneuerbar ist, sind sie davon nicht direkt betroffen.
Die jährlichen Betriebskosten liegen bei 2.500 bis 4.000 € für einen durchschnittlichen Haushalt (~100 m², mittlere Dämmung). Die Kosten hängen vom Stromtarif, der Gebäudedämmung und dem Nutzerverhalten ab. Mit einem günstigen Nachtstromtarif und einem Smart Meter lassen sich die Kosten deutlich senken.
Ältere Modelle (vor ca. 1984) können krebserregendes Asbest als Dämmmaterial enthalten. Neue Nachtspeicherheizungen sind generell asbestfrei. Bei Altgeräten sollte vor jeder Reparatur oder Entsorgung ein Fachbetrieb die Asbestbelastung prüfen. Im Normalbetrieb besteht in der Regel kein Gesundheitsrisiko.
Die gängigsten Alternativen sind: Wärmepumpe (niedrigste Betriebskosten, 600–1.500 €/Jahr), Infrarotheizung (günstige Anschaffung, ideal als Zusatzheizung) und Pelletheizung (CO₂-neutral, stabile Brennstoffpreise). Alle drei werden durch die Initiative „Sauber Heizen für Alle" mit bis zu 75 % der Investitionskosten gefördert.