22 %
der Haushalte
heizen in Österreich mit Erdgas (Statista)
1.500–2.500 €
Betriebskosten/Jahr
Durchschnittshaushalt (~100 m², mittlere Dämmung)
2040
Ende der Gasheizung
Alle fossilen Heizungen müssen ersetzt sein (EWG)
Was ist eine Gasheizung?
Bei einer Gasheizung werden brennfähige Gase — in der Regel Erdgas — verbrannt und die frei werdende Energie an einen Wärmeträger (Wasser oder Luft) abgegeben, der den Wohnraum erwärmt. Gasheizungen sind seit Jahrzehnten fester Bestandteil österreichischer Haushalte und die Technik ist entsprechend ausgereift.
Brennwertgerät: die moderne Gasheizung
Gas-Brennwertgeräte gewinnen zusätzlich Wärme aus den Abgasen der Verbrennung, indem sie den enthaltenen Wasserdampf kondensieren. Dadurch erreichen sie einen Wirkungsgrad von bis zu 98 % und verbrauchen deutlich weniger Gas als ältere Heizwertgeräte.
Gasheizung-Verbot: Der EWG-Fahrplan
Österreich verfolgt das Ziel der Klimaneutralität bis 2040. Das Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWG) sieht einen stufenweisen Ausstieg aus fossilen Heizsystemen vor — das betrifft auch die Gasheizung direkt:
Ab 2025
Keine neuen Öl- und Kohleheizungen in Neubauten
Neubauten müssen mit erneuerbaren Heizsystemen ausgestattet werden.
Ab 2025
Keine neuen Gasheizungen in Neubauten
Auch Erdgas-Heizungen dürfen in Neubauten nicht mehr installiert werden.
Ab 2035
Austauschpflicht für alte Öl- und Kohleheizungen
Anlagen mit Baujahr vor 1980 müssen durch erneuerbare Systeme ersetzt werden.
Bis 2040
Alle fossilen Heizungen ersetzt
Österreich soll klimaneutral heizen — alle Öl-, Gas- und Kohleheizungen müssen durch erneuerbare Systeme ersetzt sein.
Was kostet eine Gasheizung?
Die Kosten einer Gasheizung setzen sich aus dem Energiepreis, den Netzentgelten sowie Steuern und Abgaben zusammen. Nur der Energiepreis (Grundpreis + Arbeitspreis) ist durch die Wahl des Anbieters beeinflussbar.
Die drei Kostenfaktoren Ihres Gaspreises
Energiepreis
Arbeitspreis (ct/kWh) + Grundpreis (€/Monat). Hier entscheidet Ihre Tarifwahl.
Netzentgelte
Für Wartung und Betrieb der Gasinfrastruktur. Fest vorgegeben, nicht beeinflussbar.
Steuern & Abgaben
Gesetzlich geregelt und nicht veränderbar (Erdgasabgabe, USt, etc.).
Gasheizung im Kostenvergleich
Im Vergleich zu anderen Heizsystemen liegt die Gasheizung bei den Betriebskosten im Mittelfeld. Erneuerbare Systeme wie Wärmepumpen und Pelletheizungen sind mittlerweile günstiger im Betrieb:
| Heizsystem | Kosten pro kWh | Betrieb/Jahr | CO₂ |
|---|---|---|---|
| Wärmepumpe | 4,13 ct/kWh | 600–1.500 € | Sehr niedrig |
| Pelletheizung | 6,91 ct/kWh | 1.000–1.600 € | CO₂-neutral |
| Fernwärme | 9,2 ct/kWh | 1.200–2.000 € | Niedrig |
| Gasheizung | 10,5 ct/kWh | 1.500–2.500 € | Hoch |
| Ölheizung | 12,28 ct/kWh | 2.500–3.500 € | Sehr hoch |
| Stromheizung | 34,57 ct/kWh | 2.500–4.000 € | Strommix |
Quellen: wohnnet.at, Energiesparhaus.at. Betriebskosten für einen Durchschnittshaushalt (~100 m², mittlere Dämmung).
Durchschnittlicher Gasverbrauch im Haushalt
Der Gasverbrauch hängt von mehreren Faktoren ab: Wohnfläche, Personenanzahl, Gebäudedämmung und Heizverhalten. Die folgende Tabelle gibt eine Orientierung:
| Haushalt | Wohnfläche | Verbrauch/Jahr |
|---|---|---|
| 1–2 Personen (Wohnung) | ca. 50 m² | 7.000–8.000 kWh |
| 3+ Personen (Wohnung) | 70–100 m² | 10.000–15.000 kWh |
| 3+ Personen (Haus) | über 100 m² | ca. 20.000 kWh |
Was beeinflusst den Gasverbrauch?
Wohnfläche & Personenzahl
Mehr Quadratmeter und mehr Bewohner bedeuten höheren Heizbedarf.
Wärmedämmung
Gut gedämmte Gebäude verbrauchen bis zu 50 % weniger Gas als unsanierte Altbauten.
Bauliche Umgebung
Wohnungen in höheren Stockwerken profitieren von der Heizwärme darunter. Reihenhäuser bieten Nachbardämmung.
Heizverhalten
Wer tagsüber nicht zuhause ist oder bewusst heizt, spart erheblich gegenüber Dauerheizern.
Gasheizung: Vorteile und Nachteile
Die Gasheizung bietet bewährte Technik und praktische Vorteile — steht aber zunehmend unter Druck durch den EWG-Fahrplan und steigende CO₂-Kosten.
Vorteile
- Ausgereifte, zuverlässige Technik mit jahrzehntelanger Entwicklung
- Platzsparend — kein Brennstofflager nötig, Gas wird über das Netz zugeführt
- Flexible Aufstellorte — eine freie Ecke genügt für die meisten Gasthermen
- Einfacher Zugang zu Fachbetrieben für Wartung und Reparatur
- Moderne Brennwertgeräte erreichen bis zu 98 % Wirkungsgrad
- Kompatibel mit Biogas-Beimischungen
Nachteile
- Fossiler Brennstoff — hohe CO₂-Emissionen (ca. 200 g CO₂/kWh)
- Auslaufend — keine Neuinstallation in Neubauten seit 2025, Ersatzpflicht bis 2040
- Abhängigkeit von Gaspreisschwankungen und geopolitischen Faktoren
- Gasanschluss und Leitungsverlegung erforderlich (bauliche Arbeiten)
- Jährliche Wartungspflicht (in Wien gesetzlich vorgeschrieben)
- Risiko von Kohlenmonoxid-Austritt bei mangelnder Wartung
CO₂-Emissionen einer Gasheizung
Erdgas verbrennt sauberer als Heizöl oder Kohle, ist aber dennoch ein fossiler Brennstoff. Ein durchschnittlicher Haushalt mit Gasheizung verursacht rund 2,4 Tonnen CO₂ pro Jahr (bei 12.000 kWh Verbrauch).
CO₂-Emissionen im Vergleich (g CO₂/kWh)
Quelle: Umweltbundesamt Österreich
Biogas: Grüneres Gas für die Gasheizung?
Einige österreichische Gasanbieter bieten Tarife mit einem Biogas-Anteil an. Biogas wird aus organischen Materialien gewonnen und ist im Idealfall CO₂-neutral. In der Praxis handelt es sich meist um Mischungen mit einem geringen Biogas-Anteil — reine Biogas-Tarife sind noch selten und teurer.
Spartipps für die Gasheizung
Auch wer vorerst bei der Gasheizung bleibt, kann die Kosten deutlich senken. Die folgenden Maßnahmen sind sofort umsetzbar:
Thermostat richtig einstellen
Tagsüber 20–22 °C, nachts 15–18 °C. Programmierbare Thermostate automatisieren das. Jedes Grad weniger spart bis zu 6 %.
Jährliche Wartung einhalten
Regelmäßige Wartung steigert die Effizienz und spart bis zu 10 % der Heizkosten. Wartungsverträge reduzieren die Kosten.
Heizkörper entlüften
Luft in Heizkörpern verhindert gleichmäßige Wärmeverteilung. Regelmäßiges Entlüften sorgt für optimale Leistung.
Stoßlüften statt Dauerkippen
5–10 Minuten Stoßlüften ist effektiver als gekippte Fenster und vermeidet dauerhaften Wärmeverlust.
Auf Brennwertgerät umsteigen
Wer noch eine alte Heizwert-Therme betreibt, spart durch den Wechsel auf ein Brennwertgerät 10–15 % Gas.
Gastarif vergleichen
Seit der Liberalisierung können Sie Ihren Gasanbieter frei wählen. Ein Tarifvergleich kann mehrere hundert Euro pro Jahr sparen.
Alternativen zur Gasheizung
Wer von der Gasheizung umsteigen möchte oder muss, hat drei Hauptoptionen — alle werden durch die Initiative „Sauber Heizen für Alle" staatlich gefördert:
Wärmepumpe
Niedrigste Betriebskosten (600–1.500 €/Jahr), nahezu keine CO₂-Emissionen. Ideal für Neubauten und sanierte Gebäude.
Anschaffung: 7.000–20.000 €
Pelletheizung
CO₂-neutral, stabile Preise. Automatische Brennstoffzufuhr. Benötigt Lagerraum für Pellets.
Anschaffung: 2.000–5.000 €
Fernwärme
Kein Heizkessel nötig, geringer Wartungsaufwand. Verfügbar in städtischen Gebieten mit Netzanschluss.
Anschluss: 2.000–5.000 €
Kostenlose Beratung zu Strom- und Gastarif
Unsere Berater:innen helfen Ihnen, den passenden Tarif zu finden – kostenlos und unverbindlich.
- Kostenlose Beratung
- Wechsel in 5 Minuten
- Kein Risiko
Häufige Fragen zur Gasheizung
Die jährlichen Betriebskosten einer Gasheizung liegen bei 1.500 bis 2.500 € für einen durchschnittlichen Haushalt (~100 m², mittlere Dämmung). Hinzu kommen die jährliche Wartung (ca. 150–250 €) und die Grundgebühr des Gasanbieters. Die tatsächlichen Kosten hängen vom Verbrauch, Tarif und Netzgebiet ab.
In Neubauten dürfen seit 2025 keine neuen Gasheizungen mehr installiert werden (Erneuerbare-Wärme-Gesetz). In bestehenden Gebäuden ist der Einbau vorerst noch erlaubt, allerdings müssen bis 2040 alle fossilen Heizungen durch erneuerbare Systeme ersetzt werden. Ein Umstieg lohnt sich bereits jetzt dank staatlicher Förderungen.
Herkömmliche Gasheizungen nutzen nur die Wärme aus der direkten Verbrennung (Heizwert). Moderne Brennwertgeräte gewinnen zusätzlich Wärme aus den Abgasen, indem sie den Wasserdampf kondensieren. Das steigert den Wirkungsgrad um bis zu 10–15 % und senkt den Gasverbrauch entsprechend.
Die gängigsten Alternativen sind: Wärmepumpe (niedrigste Betriebskosten, 600–1.500 €/Jahr), Pelletheizung (CO₂-neutral, 1.000–1.600 €/Jahr) und Fernwärme (geringer Wartungsaufwand, 1.200–2.000 €/Jahr). Alle drei werden durch die Initiative „Sauber Heizen für Alle" mit bis zu 75 % der Investitionskosten gefördert.