20.000–50.000 €
Anschaffungskosten
Komplettanlage inkl. Installation, je nach Leistung
bis 7.500 €
Förderung
Sauber Heizen für Alle — beim Tausch einer fossilen Heizung
20–30 €/SRM
Brennstoffkosten
Pro Schüttraummeter Hackschnitzel in Österreich
Was ist die Hackschnitzelheizung und woraus besteht sie?
Eine Hackschnitzelheizung ist eine moderne Biomasseheizung, die vor allem in ländlichen Gebieten Österreichs zunehmend an Beliebtheit gewinnt. Sie wird mit Hackschnitzeln betrieben — kleinen Holzstücken, die durch das Zerkleinern von Restholz, Holzabfällen oder speziell angebautem Energieholz entstehen. Da bei der Verbrennung nur so viel CO2 freigesetzt wird, wie die Bäume zuvor gebunden haben, gilt die Hackschnitzelheizung als CO2-neutral.
Eine Hackschnitzelheizung besteht aus fünf Hauptkomponenten:
Fördersystem
Eine Förderschnecke oder ein Saugfördersystem transportiert die Hackschnitzel automatisch vom Lager in den Brennkessel — ohne manuelles Nachlegen.
Brennkammer (Heizkessel)
Herzstück der Anlage: Hier werden die Hackschnitzel kontrolliert verbrannt und Wärme erzeugt. Moderne Kessel erreichen einen Wirkungsgrad von 90 bis 95 %.
Wärmetauscher & Pufferspeicher
Der Wärmetauscher überträgt die Energie auf das Heizungssystem. Ein Pufferspeicher speichert die Wärme, um sie bei Bedarf effizient zu verteilen.
Regelungseinheit
Eine digitale Steuerung regelt Brennstoffzufuhr, Temperatur und Luftzufuhr automatisch. Viele Anlagen bieten auch App-Steuerung per Smartphone.
Aschebehälter
Sammelt die Verbrennungsrückstände. Moderne Anlagen produzieren durch effiziente Verbrennung nur wenig Asche — der Behälter muss ca. alle 2 bis 4 Wochen geleert werden. Holzasche eignet sich als natürlicher Dünger.
Was ist der Preis einer Hackschnitzelheizung?
Die Anschaffungskosten einer Hackschnitzelheizung sind im Vergleich zu anderen Heizsystemen relativ hoch. Dafür sind die laufenden Brennstoffkosten deutlich niedriger als bei Gas oder Öl. Die Gesamtkosten setzen sich aus Anlage, Installation, Fördersystem und Lagerraum zusammen.
Anschaffungskosten nach Leistung
| Leistungsklasse | Leistung | Kosten inkl. Installation | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Kleine Anlage | bis 15 kW | 20.000–30.000 € | Einfamilienhäuser |
| Mittlere Anlage | bis 50 kW | 30.000–50.000 € | Mehrfamilienhäuser |
| Großanlage | über 50 kW | ab 50.000 € | Gewerbe, Nahwärmenetze |
Zusätzlich können Kosten für den Lagerraum (Betonsilo, Holzsilo oder Erdtank) und einen Pufferspeicher anfallen.
Laufende Kosten im Vergleich
Der Brennstoffpreis für Hackschnitzel liegt in Österreich bei durchschnittlich 20 bis 30 Euro pro Schüttraummeter (SRM). Ein durchschnittliches Einfamilienhaus (100 m², mittlere Dämmung) verbraucht ca. 60 bis 80 SRM pro Jahr.
| Heizsystem | Brennstoffkosten/Jahr | Wartung/Jahr | Gesamt/Jahr |
|---|---|---|---|
| Hackschnitzelheizung | 1.200–2.400 € | 200–400 € | 1.400–2.800 € |
| Pelletheizung | 1.500–2.700 € | 200–300 € | 1.700–3.000 € |
| Gasheizung | 1.800–2.800 € | 150–250 € | 1.950–3.050 € |
| Ölheizung | 2.500–3.500 € | 200–350 € | 2.700–3.850 € |
Richtwerte für ein Einfamilienhaus ~100 m², mittlere Dämmung. Quellen: Energiesparhaus.at, proPellets Austria.
Hackschnitzelheizung Förderung in Österreich
In Österreich gibt es mehrere staatliche und regionale Förderprogramme, die den Umstieg auf eine Hackschnitzelheizung finanziell unterstützen.
Bundesweite Förderung: Sauber Heizen für Alle
Die Bundesregierung unterstützt den Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme im Rahmen des Programms „Sauber Heizen für Alle". Beim Austausch einer alten fossilen Heizung gegen eine Hackschnitzelheizung können Förderungen von bis zu 7.500 Euro beantragt werden.
Bundesförderung auf einen Blick
Förderhöhe
Bis zu 7.500 € (bis 75 % der Investitionskosten)
Zielgruppe
Privatpersonen (Ein-/Zweifamilienhäuser, Reihenhäuser)
Voraussetzung
Austausch einer bestehenden fossilen Heizung (Öl, Gas, Kohle)
Ablauf
Online-Registrierung + Energieberatung + Antrag
Weitere Fördermöglichkeiten der Bundesländer
Viele Bundesländer bieten zusätzlich zur Bundesförderung eigene Zuschüsse an. Die Förderhöhen und Bedingungen variieren — es lohnt sich, bei der jeweiligen Landesregierung die aktuellen Richtlinien zu erfragen.
- Oberösterreich: Zuschüsse für Hackschnitzelheizungen und Pelletsanlagen über das Land Oberösterreich.
- Steiermark: Spezielle Umweltförderungen, die bis zu 50 % der Gesamtkosten abdecken können, über das Land Steiermark.
Alle Details zu Heizkostenzuschüssen der einzelnen Bundesländer finden Sie auf unserer Seite zum Heizkostenzuschuss.
Hackschnitzel-Qualitätsklassen: Worauf kommt es an?
Die Qualität der Hackschnitzel beeinflusst den Wirkungsgrad, den Wartungsaufwand und die Lebensdauer der Anlage erheblich. In Österreich werden Hackschnitzel nach der europäischen Norm EN ISO 17225-4 in Größen- und Feuchtigkeitsklassen eingeteilt.
Größenklassen
P16
bis 16 mm
Kleine Heizanlagen, Einfamilienhäuser
P31.5
bis 31,5 mm
Empfohlen für die meisten Hackschnitzelkessel
P45
bis 45 mm
Größere Anlagen und Nahwärmenetze
Feuchtigkeitsklassen
Der Wassergehalt der Hackschnitzel ist entscheidend für die Effizienz. Je trockener der Brennstoff, desto höher der Heizwert:
W20
unter 20 % Feuchtigkeit
Ideal — höchster Heizwert, wenig Asche
W30
unter 30 % Feuchtigkeit
Gut — Standard für die meisten Anlagen
W35
unter 35 % Feuchtigkeit
Akzeptabel — mehr Asche, geringerer Wirkungsgrad
Was sind die Vor- und Nachteile einer Hackschnitzelheizung?
Hackschnitzelheizungen überzeugen durch CO2-Neutralität und niedrige Brennstoffkosten, erfordern aber Platz und eine höhere Anfangsinvestition. Im Vergleich zur Pelletheizung bieten Hackschnitzel den günstigsten Biomassebrennstoff.
Vorteile
- CO2-neutraler Brennstoff — bei der Verbrennung wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie die Bäume zuvor gebunden haben
- Niedrigste Brennstoffkosten aller Biomasseheizungen — Hackschnitzel kosten ca. 20–30 €/SRM
- Regionale Wertschöpfung — fördert heimische Forstwirtschaft und Arbeitsplätze
- Vollautomatischer Betrieb — moderne Anlagen mit digitaler Steuerung und App-Fernbedienung
- Spart gegenüber einer Ölheizung ca. 5–8 Tonnen CO2 pro Jahr
Nachteile
- Hohe Anschaffungskosten — 20.000 bis 50.000 € (durch Förderungen reduzierbar)
- Großer Platzbedarf — für Heizkessel und Hackschnitzellager wird ein eigener Raum benötigt
- Wartungsaufwand — regelmäßige Ascheentleerung und jährliche Kesselreinigung erforderlich
- Abhängigkeit von Brennstoffqualität — feuchte Hackschnitzel senken den Wirkungsgrad
Marktüberblick: Hersteller und ihre Angebote
Österreich ist Heimat mehrerer führender Hersteller von Biomasseheizungen. Die Preise sind Richtwerte für eine Kleinanlage (ca. 15 kW) und können je nach Modell und Installationsaufwand abweichen.
ETA Heiztechnik
ab 22.000 €
HACK 20–200
20–200 kW
Hohe Effizienz, breite Modellpalette, Touch-Steuerung
Hargassner
ab 23.000 €
ECO-HK
20–330 kW
Robuste Bauweise, patentierter Rost, Energiesparsystem
Fröling
ab 24.000 €
T4e
24–110 kW
Innovative Fördertechnik, Lambdasonde, hochwertig
Windhager
ab 25.000 €
BioWIN2
12–60 kW
Höchste Automatisierung, App-Steuerung, bekannte Marke
Worauf sollte man beim Kauf einer Hackschnitzelheizung achten?
Um eine effiziente und langlebige Lösung zu finden, sollten Sie beim Kauf diese Aspekte berücksichtigen:
Leistungsbedarf berechnen
Lassen Sie den Wärmebedarf vom Fachmann ermitteln. Faktoren: Wohnfläche, Dämmung, Klimaregion. Überdimensionierung kostet unnötig, Unterdimensionierung liefert zu wenig Wärme.
Hackschnitzel-Qualität sichern
Trockene Hackschnitzel (W20–W30) mit gleichmäßiger Größe (P31.5) gewährleisten störungsfreie Verbrennung und hohen Wirkungsgrad.
Platzbedarf einplanen
Sie benötigen einen separaten Raum für den Heizkessel und ein trockenes Lager für die Hackschnitzel (ca. 10–15 m² Grundfläche für ein Einfamilienhaus).
Automatisierung prüfen
Automatische Fördersysteme, digitale Steuerung und App-Bedienung erleichtern den Betrieb. Achten Sie auf automatische Aschekompression als Zusatzausstattung.
Service & Wartung klären
Prüfen Sie, ob der Hersteller oder ein regionaler Servicepartner für jährliche Wartung und Ersatzteile gut erreichbar ist.
Förderungen vor Bestellung beantragen
Registrieren Sie sich auf umweltfoerderung.at bevor Sie den Auftrag erteilen — die Förderung muss in der Regel vor Baubeginn beantragt werden.
Umweltbilanz: Wie viel CO2 spart eine Hackschnitzelheizung?
Hackschnitzel gelten als CO2-neutraler Brennstoff, da bei der Verbrennung nur das CO2 freigesetzt wird, das die Bäume während ihres Wachstums aus der Atmosphäre aufgenommen haben. Im Vergleich zu fossilen Heizsystemen ergibt sich ein deutlicher Umweltvorteil.
CO2-Ausstoß pro Jahr (Einfamilienhaus, 100 m²)
Richtwerte für ein Einfamilienhaus mit 20.000 kWh Heizbedarf/Jahr. CO2-Faktor Hackschnitzel berücksichtigt Transport und Aufbereitung. Quelle: Umweltbundesamt Österreich.
Beim Umstieg von einer Ölheizung auf eine Hackschnitzelheizung sparen Sie somit rund 5 bis 8 Tonnen CO2 pro Jahr — ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz und im Einklang mit Österreichs Ziel der Klimaneutralität bis 2040.
Häufige Fragen zur Hackschnitzelheizung
Eine hochwertige Hackschnitzelheizung hat eine Lebensdauer von 20 bis 25 Jahren. Voraussetzung ist eine regelmäßige Wartung durch Fachpersonal, die idealerweise einmal pro Jahr stattfindet. Die Kessel der führenden österreichischen Hersteller wie ETA, Hargassner, Fröling und Windhager sind für eine besonders lange Nutzungsdauer ausgelegt.
Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus (15 kW Heizlast) benötigen Sie ein Lager mit einem Fassungsvermögen von ca. 15 bis 25 Schüttraummeter (SRM). Das entspricht einer Grundfläche von etwa 10 bis 15 m² bei einer Schütthöhe von 2 Metern. Das Lager sollte trocken, gut belüftet und möglichst nahe am Heizraum sein, um kurze Förderwege zu gewährleisten.
Ja, Hackschnitzelheizungen eignen sich ab einer Heizlast von ca. 15 kW für Einfamilienhäuser. Voraussetzung ist ausreichend Platz für die Anlage und das Brennstofflager. In ländlichen Gebieten mit Zugang zu günstigem Holz ist die Hackschnitzelheizung besonders wirtschaftlich. Für kleinere Gebäude oder Wohnungen ist eine Pelletheizung die platzsparendere Alternative.
Bei modernen Hackschnitzelheizungen fällt dank effizienter Verbrennung nur wenig Asche an. Je nach Nutzungsintensität muss der Aschebehälter alle 2 bis 4 Wochen geleert werden. Die Holzasche kann als natürlicher Dünger im Garten verwendet werden, da sie wertvolle Mineralien wie Kalium und Kalzium enthält.
Moderne Hackschnitzelheizungen erreichen einen Wirkungsgrad von 90 bis 95 %. Entscheidend für die Effizienz ist die Qualität der Hackschnitzel: Trockenes Material (unter 30 % Restfeuchte, idealerweise Klasse W20) liefert deutlich mehr Energie pro Kilogramm und erzeugt weniger Asche als feuchtes Holz.
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