80 %
Mindestleistung laut TKG §135
so viel der beworbenen Max-Geschwindigkeit muss Ihr Anbieter mindestens liefern
<30 ms
Guter Ping-Wert
für Gaming und Videocalls; normales Surfen bis 100 ms unproblematisch
netztest.at
Offizieller RTR-Test
einziger Speedtest mit rechtlicher Beweiskraft gegenüber dem Internetanbieter
Welche Werte misst ein Speedtest und was ist gut?
Ein WLAN-Tester scannt Ihre Internetverbindung und liefert vier zentrale Kennzahlen. Wer die Zahlen richtig liest, erkennt sofort, ob das Problem beim Anbieter, beim Router oder am Endgerät liegt.
| Kennzahl | Was misst sie? | Sehr gut | Grenzwertig |
|---|---|---|---|
| Download | Datenmenge, die pro Sekunde von Server zu Gerät kommt | ≥ 80 % der Tarifgeschwindigkeit | unter 50 % |
| Upload | Datenmenge, die pro Sekunde vom Gerät zum Server geht | ≥ 80 % des Tariflimits | unter 10 Mbit/s bei Videocalls |
| Ping (Latenz) | Reaktionszeit bis der Server antwortet | unter 30 ms | über 100 ms |
| Jitter | Schwankung des Pings zwischen den Paketen | unter 10 ms | über 30 ms |
| Paketverlust | Anteil der Pakete, die verloren gehen | 0 % | über 1 % |
Mbit/s vs. MB/s — nicht verwechseln
Internettarife werden in Megabit pro Sekunde (Mbit/s) angegeben, Datei-Downloads im Browser aber oft in Megabyte pro Sekunde (MB/s). 1 Byte = 8 Bit — ein 100-Mbit/s-Anschluss lädt also maximal rund 12,5 MB/s. Wenn der Browser 12 MB/s anzeigt, sind das 96 Mbit/s — die Leitung ist voll ausgelastet.
RTR-Netztest: der einzige rechtlich relevante Test
Die Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH betreibt unter netztest.at den offiziellen Speedtest der Republik Österreich. Alle anderen Tools (Ookla, Fast.com, Magenta-Speedtest) sind technisch in Ordnung, aber vor dem Internetanbieter hat nur ein RTR-Messprotokoll Gewicht.
§135 TKG: die 80-Prozent-Regel
Das Telekommunikationsgesetz verpflichtet Internetanbieter, mindestens 80 % der beworbenen Maximalgeschwindigkeit tatsächlich zu liefern. Liegt die normalerweise verfügbare Leistung dauerhaft darunter, haben Sie Anspruch auf Entgeltminderung oder außerordentliche Kündigung — ohne Restlaufzeit, ohne Ablösesumme.
So wird die Messung beweisfähig
- Messung per LAN-Kabel am Router durchführen — nicht über WLAN
- Mindestens fünf Messungen über mehrere Tage, verteilt auf Vor-, Nachmittag und Abend
- Während der Messung keine parallelen Downloads, Streams oder Cloud-Backups laufen lassen
- Jedes Protokoll als PDF speichern — der RTR-Netztest erzeugt automatisch eine Referenznummer
- Bei dauerhaft zu niedriger Leistung Anbieter schriftlich auffordern, dann RTR-Schlichtung einleiten
Browser, App und Breitbandatlas
Der RTR-Netztest misst Download, Upload, Ping, Jitter und Paketverlust und läuft im Browser ohne Registrierung. Als App für Android und iOS ergänzt er eine GPS-Position zur Messung — nützlich für Mobilfunk-Tests auf der A1- oder Magenta-LTE-Verbindung. Alle Ergebnisse fließen anonymisiert in den öffentlichen RTR-Breitbandatlas, der die Versorgung Österreichs auf Gemeinde-Ebene kartiert.
Tarif passt nicht zur WLAN-Leistung?
Unsere Berater:innen vergleichen kostenlos alle Internet-Tarife an Ihrer Adresse und finden einen schnelleren Anschluss.
- Kostenlose Beratung
- Wechsel in 5 Minuten
- Kein Risiko
Speedtest-Tools im Vergleich
Für den Alltagscheck eignet sich jedes der folgenden Tools. Wer belastbare Zahlen gegenüber dem Anbieter braucht, muss zum RTR-Netztest greifen. Für Streaming-Probleme ist Fast.com von Netflix der schnellste Check.
| Tool | URL | Jitter | Mobile-App | Server in AT | Beweiskraft |
|---|---|---|---|---|---|
| RTR-Netztest | netztest.at | Ja | Android, iOS | Ja (Wien) | Ja |
| Ookla Speedtest | speedtest.net | Ja | Android, iOS, Windows | Ja (mehrere) | Nein |
| Magenta Speedtest | magenta.at/speedtest | Nein | Nein | Ja | Nein |
| Fast.com | fast.com | Nein | Nein | Netflix-CDN | Nein |
| nPerf | nperf.com | Ja | Android, iOS | Ja | Nein |
Für den schnellen Check
Fast.com von Netflix startet ohne Klick und zeigt binnen zehn Sekunden den Download. Ideal, wenn ein Stream ruckelt und Sie sofort wissen wollen, ob es an der Leitung oder am Server liegt.
Für die Beschwerde beim Anbieter
RTR-Netztest ist Pflicht. Ookla, Magenta oder Fast.com werden von Kundenservice und Schlichtungsstellen nicht als Nachweis anerkannt — ihre Messwerte sind nicht standardisiert.
So messen Sie richtig — Schritt für Schritt
Die sechs Regeln für ein belastbares Ergebnis
- Laptop per LAN-Kabel an den Router anschließen. WLAN verfälscht die Messung um 20-50 %, je nach Standard und Entfernung. Nur LAN zeigt, was am Anschluss ankommt.
- Alle anderen Geräte vom Netz trennen oder zumindest alle Downloads, Streams, Cloud-Syncs und Updates pausieren. Parallele Last verfälscht das Ergebnis.
- Browser-Tabs schließen bis auf den Speedtest. Besonders Videocalls und Tab-Streams laufen im Hintergrund weiter.
- Dreimal hintereinander messen. Der erste Wert ist oft zu niedrig (TCP-Ramp-up), der Durchschnitt aus drei Messungen ist belastbar.
- Zu mehreren Tageszeiten wiederholen. Abends (19-23 Uhr) ist das Netz am stärksten ausgelastet — hier zeigt sich, ob Ihr Anbieter überbucht hat.
- Ergebnis als PDF oder Screenshot speichern. Der RTR-Netztest liefert eine Referenznummer, die der Anbieter zuordnen kann.
Warum das WLAN-Ergebnis immer niedriger ist als das LAN-Ergebnis
Selbst ein gutes Wi-Fi-6-Netz kostet Geschwindigkeit: durch die Wand zum Nachbarzimmer gehen schnell 40 % verloren, zwei Stockwerke weiter bleiben oft nur 30-50 Mbit/s von einem Gigabit-Anschluss. Das ist kein Mangel des Anbieters, sondern Physik. Ein WLAN-Verstärker oder ein Mesh-System hilft — prüfen Sie vorher mit einer Messung direkt am Router, ob die Leitung selbst in Ordnung ist.
Wenn die Messwerte dauerhaft zu niedrig sind
- Router neu starten, Testdurchlauf wiederholen
- Messung per LAN-Kabel — liegt es am WLAN?
- RTR-Netztest an fünf verschiedenen Tagen + Zeiten
- Anbieter schriftlich auffordern, Protokolle beilegen
- Nach 14 Tagen ohne Abhilfe: RTR-Schlichtungsstelle einschalten
- Bei erfolgreicher Schlichtung: Entgeltminderung oder außerordentliche Kündigung
Häufig gestellte Fragen zum WLAN-Tester
Drei Hauptgründe: Entfernung zum Router (jede Wand kostet 20-40 %), veralteter WLAN-Standard auf Gerät oder Router (Wi-Fi 4 bremst auch einen Gigabit-Anschluss auf 300 Mbit/s) und Frequenzwahl (2,4 GHz ist langsamer als 5 GHz, aber weiter). Messen Sie einmal per LAN-Kabel — kommt dort die volle Geschwindigkeit an, ist das WLAN das Problem, nicht der Anbieter.
Im Normalbetrieb reicht alle paar Monate ein Kontrolltest — oder wenn konkrete Probleme auftreten. Wollen Sie Ihren Anbieter wegen zu geringer Leistung konfrontieren, brauchen Sie laut RTR-Empfehlung fünf Messungen an unterschiedlichen Tagen, idealerweise morgens, nachmittags und abends zwischen 19 und 23 Uhr.
Technisch ja — der Magenta-Speedtest funktioniert bei jedem Internetanbieter. Er misst aber gegen einen Magenta-eigenen Server, bei A1- oder Drei-Anschlüssen wird die Messung also über Peering-Knoten geroutet und fällt tendenziell niedriger aus als die reale Leistung. Für A1- und Drei-Kunden ist der RTR-Netztest oder Ookla mit einem Wiener Server die neutralere Wahl.
Fordern Sie den Anbieter schriftlich zur Abhilfe auf und hängen Sie fünf RTR-Netztest-Protokolle an. Bessert der Anbieter binnen 14 Tagen nicht nach, bringen Sie den Fall zur RTR-Schlichtungsstelle. Wird der Mangel bestätigt, haben Sie Anspruch auf Entgeltminderung und können den Vertrag außerordentlich kündigen — ohne Restlaufzeit oder Ablösesumme.
Weil Browser die Geschwindigkeit in Megabyte pro Sekunde (MB/s) anzeigen, Tarife aber in Megabit (Mbit/s). 1 Byte = 8 Bit: 100 Mbit/s entspricht maximal 12,5 MB/s im Browser. Wenn Ihr Download bei 12 MB/s pendelt, ist die 100-Mbit-Leitung voll ausgelastet.
WLAN zu langsam? Schnelleren Internet-Tarif finden
Unsere Berater:innen vergleichen kostenlos alle Internet-Tarife an Ihrer Adresse und finden einen schnellen Anschluss mit modernem WLAN-Router.
- Kostenlose Beratung
- Wechsel in 5 Minuten
- Kein Risiko