Seit 2023

Routerfreiheit in Österreich

§ 134 TKG — Provider müssen Eigenrouter akzeptieren

0–7 €/Monat

Providerrouter

bei A1 meist gratis, bei Magenta und Drei je nach Tarif

80–500 €

Eigenrouter Einmalkauf

von Einstiegs-Wi-Fi-6 bis Wi-Fi-7-Mesh-Set

Was ist ein WLAN-Router?

Ein WLAN-Router ist das Herzstück jedes Heimnetzwerks. Er vereint drei Funktionen in einem Gerät: Modem (verbindet den Haushalt mit dem Anschluss des Providers), Router (verteilt die Daten an alle Endgeräte) und Access-Point (funkt das Signal kabellos per WLAN). In Österreich kommen aktuelle Provider-Router typischerweise als Kombigerät, das alle drei Rollen abdeckt.

Die WLAN-Generation des Routers (Wi-Fi 5, Wi-Fi 6, Wi-Fi 7) bestimmt Geschwindigkeit und Effizienz bei vielen gleichzeitig verbundenen Geräten. Eine technische Tiefe dazu finden Sie im WLAN-Ratgeber.

WLAN-Router, Router, Modem — wo ist der Unterschied?

  • Modem: Stellt die physische Verbindung zum Internet her (DSL, Kabel, Glasfaser)
  • Router: Verteilt das Internetsignal per Kabel an Endgeräte — kein WLAN
  • WLAN-Router: Kombiniert alle Funktionen und funkt zusätzlich kabellos per WLAN
  • Mesh-System: Mehrere WLAN-Router, die gemeinsam ein nahtloses Netz bilden

Providerrouter oder Eigenrouter — was lohnt sich?

Die meisten Haushalte in Österreich nutzen den Router, den A1, Magenta oder Drei zum Vertrag mitliefern. Ein eigener Router ist aber oft die bessere Wahl bei großen Wohnungen, speziellen Anforderungen oder mehrjähriger Nutzung.

Providerrouter und Eigenrouter im Vergleich
Aspekt Providerrouter Eigenrouter
Kosten 0–7 €/Monat, meist gratis 80–500 € einmalig
Einrichtung Vorkonfiguriert — Plug and Play Zugangsdaten des Providers nötig
Support bei Störungen Voller Anbieter-Support Nur bis zum Anschlusspunkt
Firmware und Funktionen Durch Anbieter eingeschränkt Voller Funktionsumfang, auch VPN, NAS
Hardware-Klasse Einstiegs- bis Mittelklasse Bis High-End frei wählbar
Rückgabe bei Kündigung Pflicht — sonst Gebühr bis 150 € Bleibt Ihr Eigentum
Amortisation Nach 1–5 Jahren, je nach Miete

Wann sich ein eigener WLAN-Router lohnt

  • Wohnung über 100 m² oder mehrere Stockwerke — bessere Hardware und Mesh-Optionen
  • Viele Smart-Home-Geräte, Gamer oder Home-Office mit VPN-Bedarf
  • Langfristige Vertragsbindung (3+ Jahre) bei Mietrouter-Tarifen
  • Wunsch nach spezieller Software wie AdBlock, Gastnetz-Trennung oder NAS-Server

Routerfreiheit in Österreich — was Ihre Rechte sind

Seit dem 1. Oktober 2023 gilt in Österreich die Routerfreiheit: Internetanbieter müssen jedem Kunden erlauben, einen eigenen Router anzuschließen. Grundlage ist das novellierte Telekommunikationsgesetz (TKG) in Umsetzung der EU-Breitbandrichtlinie.

Konkret bedeutet das: A1, Magenta, Drei und alle kleineren Anbieter müssen die vollständigen Zugangsdaten herausgeben und dürfen den Anschluss nicht auf den eigenen Router sperren. Der Router darf nicht fest mit dem Anschluss gekoppelt sein.

In der Praxis greift die Routerfreiheit bei DSL- und Kabelanschlüssen problemlos. Bei Glasfaseranschlüssen gilt sie ab dem sogenannten passiven Netzabschlusspunkt — das heißt, der vom Provider installierte Glasfaser-Konverter (ONT) darf weiterbetrieben werden, dahinter können Sie frei wählen.

Wichtig: Bei Kombipaketen mit Festnetztelefonie braucht der Eigenrouter SIP-Unterstützung, sonst funktioniert das Telefon nicht mehr. A1 und Magenta liefern die SIP-Zugangsdaten auf Anfrage.

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WLAN-Router von A1, Magenta und Drei im Vergleich

Die drei großen Internetanbieter in Österreich setzen auf unterschiedliche Router-Hersteller. Hier die aktuellen Standardmodelle aus 2026 mit WLAN-Standard, Frequenzen und Anschlüssen.

Provider-Router der österreichischen Internetanbieter
Anbieter Standardmodell WLAN-Standard LAN-Ports Mietpreis
A1 FRITZ!Box 7530 / 7590 AX Wi-Fi 5 (7530), Wi-Fi 6 (7590 AX) 0 €, Premium +6,90 €/Monat
Magenta Magenta WLAN-Box (Zyxel EX5601) Wi-Fi 6 Dualband 4× (2,5 Gbit/s) 0–4,90 €/Monat, je nach Tarif
Drei HomeNet Hub 5G (Huawei H138-380) Wi-Fi 6 Dualband 0 € ab HomeNet L / 5G-Tarif

A1 setzt als einziger Anbieter auf die bewährte FRITZ!Box von AVM mit umfangreicher Oberfläche und vielen Funktionen. Magentas Zyxel-Modell punktet mit dem schnellsten LAN-Anschluss (2,5 Gbit/s) und eignet sich damit auch für Gigabit-Tarife. Der 5G-Router von Drei ersetzt bei Mobilfunkanschlüssen das gesamte Modem-Router-Gespann.

A1 Router

Standard FRITZ!Box 7530 mit Wi-Fi 5 reicht für DSL bis 300 Mbit/s. Bei Glasfaser ist die 7590 AX mit Wi-Fi 6 empfehlenswert. Mesh-Set seit 2024 verfügbar.

A1 Router im Detail

Magenta Router

WLAN-Box mit Wi-Fi 6 ist Standard bei allen Internettarifen. Optionales WLAN-Paket mit Mesh-Verstärkern für große Wohnungen verfügbar.

Magenta Router im Detail

Drei Router

HomeNet Hub 5G mit Wi-Fi 6 kommt direkt per SIM-Karte ins Netz — kein DSL- oder Kabelanschluss nötig. Ideal in Gebieten ohne Festnetzausbau.

Drei Tarife

Welcher WLAN-Router passt zu welchem Haushalt?

Die richtige Wahl hängt von Wohnungsgröße, Nutzungsverhalten und Tarif ab. Diese vier Profile decken die meisten Situationen in Österreich ab.

Single-Haushalt bis 60 m²

Empfehlung: Providerrouter behalten

Ein bis zwei Nutzer, wenige Smart-Home-Geräte, DSL- oder Kabeltarif bis 100 Mbit/s. Der Standardrouter von A1, Magenta oder Drei reicht vollkommen aus.

Familie in Wohnung 80–120 m²

Empfehlung: Providerrouter mit Wi-Fi 6

Vier bis sechs Personen, mehrere Streaming-Geräte, Home-Office. Magenta WLAN-Box oder A1 FRITZ!Box 7590 AX liefern die nötige Leistung.

Haus über 120 m² oder mehrere Stockwerke

Empfehlung: Mesh-Set als Eigenrouter

Ein einzelner Router schafft die Fläche nicht. Ein Mesh-System von AVM, TP-Link Deco oder Netgear Orbi ab 250 € deckt Haus und Garten ab.

Gamer, Streamer, Power-User

Empfehlung: Eigenrouter mit Wi-Fi 6E oder Wi-Fi 7

Asus ROG Rapture, AVM FRITZ!Box 7690 oder TP-Link Archer BE900 bieten niedrige Latenz, 2,5-Gbit/s-LAN und zahlreiche QoS-Funktionen für Gaming-Priorität.

Tipp: Reichweite vor dem Kauf messen

Bevor Sie in Mesh oder einen teuren Router investieren, prüfen Sie mit dem WLAN-Speedtest die tatsächliche Signalstärke in den kritischen Räumen. Oft reicht ein günstiger WLAN-Verstärker bereits aus.

Eigenen WLAN-Router kaufen — Checkliste

Vor dem Kauf diese vier Punkte prüfen, damit der neue Router wirklich zu Anschluss und Haushalt passt.

1

Anschlusstyp prüfen

Glasfaser braucht einen Router mit SFP-Modul oder ein ONT-Modem davor. DSL braucht einen DSL-Port (VDSL oder ADSL), Kabel einen DOCSIS-3.1-fähigen Router. Wer unsicher ist, fragt den Provider nach dem Anschlusstyp.

2

WLAN-Standard zum Tarif passend wählen

Wi-Fi 5 reicht bis ca. 300 Mbit/s. Ab 500 Mbit/s lohnt sich Wi-Fi 6, ab 1 Gbit/s idealerweise Wi-Fi 6E oder Wi-Fi 7. Der Router ist nur so schnell wie das langsamste Endgerät.

3

LAN- und USB-Anschlüsse zählen

Mindestens vier LAN-Ports sind Standard — idealerweise mit einem 2,5-Gbit/s-Port für Gigabit-Tarife. USB 3.0 eignet sich für Drucker oder eine Netzwerkfestplatte als kleines NAS.

4

Sicherheit und Zukunftsfähigkeit

WPA3-Unterstützung ist 2026 Pflicht. Automatische Firmware-Updates schließen Sicherheitslücken. Ein gutes Gastnetz und Kindersicherung gehören ebenfalls zur Mindestausstattung.

Detaillierte Hinweise zum WLAN-Passwort und zu Verschlüsselungsstandards finden Sie in der WLAN-Sicherheitsübersicht.

In 5 Schritten vom Providerrouter zum Eigenrouter

Der Wechsel ist seit der Routerfreiheit unkompliziert. Von der Bestellung der Zugangsdaten bis zum ersten Surfen dauert es typischerweise eine halbe Stunde.

1

Zugangsdaten beim Provider anfordern

Bei A1, Magenta und Drei per Hotline oder Service-Portal die Zugangsdaten erfragen: Benutzername, Passwort, bei DSL auch VLAN-ID. Bei Festnetztelefonie zusätzlich SIP-Daten.

2

Neuen Router anschließen

Providerrouter vom Netz nehmen, neuen Router an die gleiche Anschlussdose anschließen. Bei Glasfaser bleibt der ONT des Providers davor angeschlossen.

3

Zugangsdaten eintragen

Router-Oberfläche im Browser öffnen (meist 192.168.1.1 oder fritz.box). Im Einrichtungsassistenten den Provider wählen und die zuvor erhaltenen Zugangsdaten eintragen.

4

WLAN-Name und -Passwort setzen

Eigene SSID vergeben, WPA3 als Verschlüsselung wählen und ein starkes Passwort (mindestens 16 Zeichen) festlegen. Gastnetzwerk aktivieren, WPS deaktivieren.

5

Providerrouter zurücksenden

Das alte Gerät innerhalb von 14 Tagen an den Provider zurücksenden, sonst fallen Gebühren bis 150 € an. Rückgabeadresse und Formular gibt es im Online-Kundenbereich.

Häufige Fragen zum WLAN-Router

Ja, bei A1, Magenta und Drei ist der Router in der Regel Leihgerät und muss innerhalb von 14 Tagen nach Vertragsende zurückgesendet werden. Andernfalls fallen Nichtrückgabegebühren zwischen 80 und 150 Euro an. Nur bei manchen Kauftarifen geht der Router in Ihr Eigentum über.

Bei A1 ist der Standardrouter kostenlos, der Premium-Router kostet 6,90 € zusätzlich zum Tarif. Magenta verlangt je nach Tarif 0 bis 4,90 € Mietgebühr. Drei inkludiert den HomeNet-Router in den meisten Tarifen kostenlos. Die Mietgebühr ist in der Rechnung getrennt ausgewiesen.

Nur wenn es sich um einen Eigenrouter handelt. Leihgeräte müssen beim alten Anbieter abgegeben werden, der neue Anbieter liefert einen passenden Router. Eigene Router lassen sich dank Routerfreiheit bei jedem österreichischen Provider weiternutzen — neue Zugangsdaten vorausgesetzt.

Nicht unbedingt. Viele Glasfaseranschlüsse in Österreich haben einen vom Provider gelieferten ONT (Glasfaser-Konverter), der das Glassignal in Ethernet umwandelt. Dahinter passt jeder moderne Router mit Gigabit-WAN-Port. Nur bei aktiven Glasfaser-Routern mit SFP-Modul ist ein spezielles Modell nötig.

Ein Wi-Fi-5-Router von 2017 oder später funktioniert 2026 noch gut, solange die Firmware aktuell gehalten wird. Ab 8 bis 10 Jahren lohnt ein Austausch wegen fehlender WPA3-Unterstützung und veralteter WLAN-Standards. Bei Wechsel auf Glasfaser oder Tarife über 500 Mbit/s lohnt ein neuer Router unabhängig vom Alter.

Ja, entweder als Mesh-Set vom gleichen Hersteller (empfohlen) oder als zweiter Access-Point per LAN-Kabel mit dem Hauptrouter verbunden. Im zweiten Fall sollten beide Geräte den gleichen WLAN-Namen und unterschiedliche Kanäle nutzen. Zwei separate Netze ohne Verbindung sind möglich, aber nicht komfortabel.
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