T-Mobile übernimmt UPC: Was bedeutet das für Kunden?

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T-Mobile hat UPC übernommen, nachdem der milliardenschwere Deal von der EU-Wettbewerbskommission genehmigt wurde. In diesem Artikel erfahren Sie, wie T-Mobile UPC Österreich übernommen hat und wie der Deal konkret ausgesehen hat. Zudem erklären wir, was durch den Deal auf UPC-Kunden zu kommt, ob es ein Sonderkündigungsrecht gibt und ob sich die Netzqualität von UPC und T-Mobile verändern wird.


Wie hat T-Mobile UPC übernommen?

Nach langen Verhandlungen wurde im Dezember 2017 der Deal zwischen T-Mobile und UPC unterzeichnet: UPC Österreich wird für 1,9 Milliarden Euro an T-Mobile verkauft. Anfang Juli 2018 schließlich wurde das Vorhaben von der EU-Kommission genehmigt: Die EU-Kommission genehmigte die Übernahme ohne Auflagen, da es sich bei UPC und T-Mobile nicht um direkte Konkurrenten handle.

Warum wurde der Deal von der EU-Kommission und nicht von der Bundeswettbewerbsbehörde genehmigt? Nachdem beide Behörden für die Sicherstellung des Wettbewerbs zuständig sind, stellt sich die Frage, wann genau welche Kommission befugt ist die Entscheidung zu treffen. Dies lässt sich ganz einfach beantworten: Ab einem gewissen Umsatz muss die Übernahme auf EU-Ebene genehmigt werden.

Die EU-Kommission erklärte nämlich, dass die Haupteinnahmequelle von UPC Festnetz-Internet und Fernsehen sei, während T-Mobile sein Tätigkeitsfeld vor allem im Bereich Mobilfunk habe. Allerdings seien beide Unternehmen im Bereich der Bereitstellung von Internetzugangsdiensten für Privatkunden tätig, was eine Übernahme als kritisch bewerten lässt. Nichtsdestotrotz würden sich die Festnetz-Internetzugangsprodukte von UPC erheblich von der Breitbandproduktpalette von Telekom Austria unterscheiden, sodass die Auswirkungen des Deals für Kunden, sowie für den Wettbewerb als gering einzuschätzen seien.

Was bedeutet das für andere Unternehmen?

Die EU-Kommission erklärte, dass das aus diesem Zusammenschluss hervorgehende Unternehmen weiterhin mit anderen etablierten Unternehmen, wie A1 und Drei, konfrontiert sowie konkurrierend sei. Zudem sei das Unternehmen nach dem Zusammenschluss nicht fähig, seine Marktmacht so zu nutzen, dass durch die Bündelung von Festnetz- und Mobilfunkerzeugnissen andere Konkurrenten ausgeschlossen oder marginalisiert werden. Aus diesem Grund genehmigte die Kommission den Deal zwischen T-Mobile Austria und UPC Austria ohne Auflagen. Gleichzeitig wird durch den Deal zwischen UPC und T-Mobile der Marktführer A1 bedrängt, da durch das künftige Leistungsnetz, sowie den TV- und Entertainment-Angeboten, T-Mobile voraussichtlich stark mit A1 konkurrieren wird.

Wie sah der Deal zwischen T-Mobile und UPC konkret aus?

Die Übernahme von UPC Österreich durch T-Mobile spielt sich im Milliardenbereich ab: T-Mobile übernimmt UPC Österreich für geschätzte 1,9 Milliarden. Durch den Deal entsteht ein Kundenpool von insgesamt 6,7 Millionen Kunden. UPC übergibt 480.000 Kabel-TV-Kunden, 500.000 Breitband-Internet-User und rund 430.000 Festnetz-Kunden an T-Mobile. Dazu kommt noch die Kabelnetz-Infrastruktur, welche insbesondere im städtischen Bereich als sehr dicht beschrieben werden kann. Im Jahr 2017 haben T-Mobile Austria und UPC Austria insgesamt 7,2 Millionen Anschlüsse in den Bereichen mobiler und fixer Internetzugang, Telefonie, TV-, Video- und Unterhaltungsangebote. Zudem wurden alle 1.000 UPC-Mitarbeiter von T-Mobile übernommen.

Was bedeutet das für Kunden von UPC?

Vertraglich gibt es grünes Licht: Für bestehende Kunden in Österreich wird sich bislang vertraglich nichts ändern. Konkret würden T-Mobile-Kunden weiterhin T-Mobile-Kunden bleiben und UPC-Kunden UPC Kunden. Ab 2019 sollen gemeinsame Angebote auf den Markt kommen. Ob es ein Sonderkündigungsrecht geben wird, falls Änderungen durchgeführt werden, lässt sich aktuell noch nicht sagen.

Wann gibt ein Sonderkündigungsrecht? Bei nicht ausschließlich begünstigenden Vertragsänderungen gibt es für Kunden ein Sonderkündigungsrecht.

T-Mobile kann seinen Kunden nun österreichweit eigene Breitbandleistungen mit hohen Übertragungsraten anbieten, was sich insbesondere für Streaming-Dienste und digitales Entertainment auszahlt. Das UPC-Fernsehangebot kann zudem den Kunden von T-Mobile zugänglich gemacht werden. Für Businesskunden will T-Mobile auch mit einem schnellen Breitband punkten, wo bisher auf die Leistungen von A1 zurückgegriffen werden musste.

Änderungen Sollte sich nichtsdestotrotz für Sie als UPC-Kunde etwas ändern, werden Sie früh genug von UPC sowie T-Mobile benachrichtigt.

Ändert sich etwas an der Netzqualität?

Bei einer Übernahme befürchten viele Kunden, dass der neue Besitzer von UPC Österreich den Kaufpreis möglichst schnell wieder reinbekommen will und deshalb starke Einsparungen beim Netz durchführt. Diese Sorge sei unbegründet, da durch den harten Wettbewerb in Österreich eine Verschlechterung der Netzqualität sofort mit dem Verlust von Kunden quittiert würde, erklärte ein Unternehmenssprecher von T-Mobile.

Das mobile Breitband-Angebot soll durch die bereits vorhandene T-Mobile-eigene Glasfaserinfrastruktur, sowie Glasfaserinfrastruktur von UPC Austria beschleunigt werden, um auch eine Basis für den Ausbau der nächsten Mobilfunkgeneration, 5G, zu sein. Um die Versorgung auch in weniger dicht besiedelten Regionen sicherzustellen, will T-Mobile Austria massiv in den Ausbau von LTE, in 5G investieren.

Über die beiden Anbieter

  • UPC Austria: Gemeinsam mit UPC Schweiz bildet UPC Österreich die Regionalorganisation Österreich Schweiz. Über eine halbe Millionen Privat- und Geschäftskunden benutzen das Glasfasernetz von UPC.
  • T-Mobile Austria: T-Mobile Austria ist ein österreichischer Mobilfunkanbieter und eine Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom AG. T-Mobile ist aktuell der zweitgrößte Mobilfunkanbieter und verkauft unter den Namen T-Mobile und tele.ring.
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