Zum Hauptinhalt springen
Selectra
Themen-Hub

Photovoltaik in Österreich: PV-Anlage, Kosten & Förderungen 2026

Mit rund 9,8 GWp installierter Leistung (Ende 2025) ist Photovoltaik die am schnellsten wachsende Stromquelle Österreichs. Wirtschaftlich zählt vor allem der Eigenverbrauch, er ist 2,5- bis 7-mal so wertvoll wie die Einspeisung ins Netz. Wichtig zu wissen: Die Umsatzsteuerbefreiung ist am 31. März 2025 ausgelaufen, gefördert wird jetzt über den EAG-Investitionszuschuss. Hier finden Sie alle Ratgeber rund um Planung, Kosten, Förderung und Ertrag.

≈ 9,8 GWp

Installierte PV-Leistung

in Österreich (Ende 2025)

8–12 Jahre

Amortisationszeit

je nach Standort, Größe und Eigenverbrauch

bis 150 €/kWp

EAG-Investitionszuschuss

Förderung für neue PV-Anlagen 2026

Umsatzsteuer auf PV-Anlagen: aktueller Stand

Nullsteuer ausgelaufen: Die Umsatzsteuerbefreiung (0 % USt) für PV-Anlagen bis 35 kWp galt nur bis 31. März 2025. Seit 1. April 2025 gilt wieder der reguläre Satz von 20 % USt.

Für Anlagen, die vor dem 1. April 2025 bestellt wurden, gelten Übergangsregelungen. Die wirtschaftlich wichtigste Unterstützung ist heute der EAG-Investitionszuschuss (bis 150 €/kWp) sowie Landesförderungen, mehr dazu weiter unten und im Förderungs-Ratgeber.

Was ist eine Photovoltaikanlage?

Photovoltaikanlagen bestehen aus Solarzellen, die Sonnenlicht in elektrische Energie umwandeln. Sie eignen sich für Hausdächer, Balkone und Freiflächen, überall dort, wo ausreichend Sonneneinstrahlung vorhanden ist. Eine PV-Anlage besteht aus folgenden Kernkomponenten:

Solarzellen / Module

Bestehen aus Halbleitermaterialien (hauptsächlich Silizium) und wandeln Sonnenlicht in elektrische Energie um.

Wechselrichter

Wandelt den erzeugten Gleichstrom in nutzbaren Wechselstrom um, das Herzstück jeder PV-Anlage.

Montagesystem

Hält die Solarpaneele sicher auf dem Dach oder in anderen Montagebereichen befestigt.

Zähler & Monitoring

Messen und überwachen die erzeugte Energie sowie den Eigenverbrauch in Echtzeit.

Wie funktioniert eine Photovoltaikanlage?

Die Funktionsweise basiert auf der Umwandlung von Sonnenlicht in elektrische Energie mithilfe von Solarzellen, die in Modulen angeordnet sind. So läuft der Prozess ab:

1

Sonnenlicht trifft auf die Solarzellen

Photonen werden von den Silizium-Solarzellen absorbiert. Im Halbleiter entsteht ein Elektronenfluss, der Gleichstrom erzeugt.

2

Wechselrichter wandelt den Strom um

Da Haushaltsgeräte Wechselstrom benötigen, wandelt der Wechselrichter den erzeugten Gleichstrom in nutzbaren Wechselstrom um und sorgt für die richtige Spannung und Frequenz.

3

Zähler misst Verbrauch und Einspeisung

Ein Smart Meter erfasst, wie viel Strom selbst verbraucht und wie viel ins öffentliche Netz eingespeist wird, relevant für die Abrechnung und die Einspeisevergütung.

4

Eigenverbrauch oder Einspeisung

Der Strom wird direkt im Haushalt verbraucht (Eigenverbrauch), in einem Stromspeicher für später gespeichert oder ins öffentliche Netz eingespeist.

Was kostet eine Photovoltaikanlage in Österreich?

Die Kosten hängen von Größe, Modulen und Installationsaufwand ab. Durch den Preisverfall bei Modulen sind PV-Anlagen trotz der wieder eingeführten 20 % USt so günstig wie nie, ein Einfamilienhaus rechnet meist mit diesen Richtwerten:

Kosten einer Photovoltaikanlage in Österreich nach Anlagengröße, 2026
Anlagengröße Kosten inkl. USt Ertrag/Jahr
5 kWp 7.000–9.000 € ~5.000 kWh
10 kWp Beliebteste 13.000–17.000 € ~10.000 kWh
15 kWp 19.000–24.000 € ~15.000 kWh
20 kWp 24.000–31.000 € ~20.000 kWh

Richtwerte inkl. Installation und 20 % USt, exkl. Stromspeicher. Ertrag bei durchschnittlicher Lage in Österreich (~1.000 kWh/kWp). Stand 2026.

PV-Ertragsrechner

Schätzen Sie Ihre jährliche Ersparnis und Amortisationszeit.

Jährliche Ersparnis

Amortisation

~ Jahre

Jahresertrag

kWh

Unverbindliche Schätzung. Ertrag: 1.050 kWh/kWp (Ø Österreich). Einspeisevergütung: 8 ct/kWh (OeMAG-Richtwert). Anlagenkosten: ~1.450 €/kWp inkl. USt. Mehr zu den exakten Kosten einer PV-Anlage.

Stromspeicher: Lohnt sich eine Batterie zur PV-Anlage?

Ohne Speicher nutzen Sie nur ca. 25–35 % Ihres Solarstroms selbst, der Rest wird eingespeist. Ein Stromspeicher erhöht den Eigenverbrauch auf 60–80 %, was Ihre Stromrechnung deutlich weiter senkt.

Ohne Speicher

Standard
Eigenverbrauch 25–35 %

Der Großteil des Solarstroms wird ins Netz eingespeist, zu niedrigen Vergütungen.

Mit Speicher

Empfohlen
Eigenverbrauch 60–80 %

Sie nutzen Ihren Solarstrom auch abends und nachts, maximale Unabhängigkeit.

Kosten und Kapazitäten gängiger Stromspeicher in Österreich
Speichergröße Kosten inkl. USt
5 kWh 4.000–6.000 €
10 kWh 7.000–10.000 €
15+ kWh 10.000–15.000 €
Förder-Tipp: Für Batteriespeicher gibt es eine eigene EAG-Förderschiene. Beantragen Sie die Speicherförderung idealerweise gemeinsam mit der PV-Investitionsförderung über die OeMAG-Abwicklungsstelle.

Förderungen für Photovoltaik in Österreich

Seit dem Auslaufen der Umsatzsteuerbefreiung sind diese Förderungen entscheidend für die Wirtschaftlichkeit einer PV-Anlage:

EAG-Investitionszuschuss (OeMAG)

Bundesweit · mehrere Förder-Calls pro Jahr

Einmaliger Investitionszuschuss für neue PV-Anlagen: bis zu 150 €/kWp (gemäß EAG-Investitionszuschuss-Verordnung 2026), plus eine eigene Förderschiene für Stromspeicher. Die Fördermittel sind begehrt und oft rasch ausgeschöpft.

Einkommensteuerbefreiung

Bundesweit

Einspeiseerlöse aus PV-Anlagen bis 35 kWp sind einkommensteuerfrei, sofern die jährlich eingespeiste Menge 12.500 kWh nicht übersteigt.

Landesförderungen

Variieren je nach Bundesland

Viele Bundesländer bieten zusätzliche Zuschüsse für PV und Speicher. Höhe und Bedingungen unterscheiden sich, informieren Sie sich bei Ihrer Landesregierung.

Alle Details und Antragslinks finden Sie im Förderungs-Ratgeber für PV-Anlagen.

Kostenlose Energie-Beratung

Solarstrom lohnt sich am meisten mit einem günstigen Stromtarif

Je höher Ihr Reststrombezug kostet, desto mehr bringt der Eigenverbrauch. Unsere Berater:innen vergleichen kostenlos Ihren Stromtarif und übernehmen den Wechsel.

  • Stromtarife im Vergleich
  • Wechsel komplett übernommen
  • 100 % unverbindlich

Solarstromproduktion nach Regionen in Österreich

Die Solarstromproduktion variiert je nach geografischer Lage und klimatischen Bedingungen. Nicht alle Regionen Österreichs eignen sich gleich gut für Photovoltaik:

Durchschnittliche Solarstromproduktion nach Bundesländern in Österreich
Bundesland kWh/kWp/Jahr
Burgenland 1.150–1.250
Kärnten 1.100–1.200
Steiermark 1.050–1.150
Wien 1.000–1.100
Niederösterreich 1.000–1.100
Tirol 1.000–1.100
Oberösterreich 950–1.050
Vorarlberg 950–1.050
Salzburg 900–1.000

Quelle: PVGIS (Europäische Kommission). Werte sind Richtwerte für optimal ausgerichtete Anlagen (Südausrichtung, 30–35° Neigung).

Balkonkraftwerk: Mini-PV für Mieter:innen und Wohnungen

Kein eigenes Dach? Ein Balkonkraftwerk (auch Stecker-Solargerät oder Mini-PV genannt) ist eine kleine Photovoltaikanlage, die Sie an Balkon, Terrasse oder Fassade montieren und direkt an die Steckdose anschließen.

800 W

Maximale Einspeiseleistung

ohne Genehmigung erlaubt

300–800 €

Anschaffungskosten

Komplett-Set inkl. Wechselrichter

600–900 kWh

Jahresertrag

bei 800 W und guter Ausrichtung

Vorteile

  • Keine Genehmigung nötig (bis 800 W)
  • Auch für Mieter:innen: einfache Steckdosen-Montage
  • Amortisation bereits nach 1–3 Jahren
  • Bei Umzug einfach mitnehmen

Gut zu wissen

  • Anmeldung beim Netzbetreiber erforderlich
  • Deckt ca. 10–20 % des Haushaltsbedarfs
  • Am wirtschaftlichsten bei hohem Tagesverbrauch
  • Überschuss wird meist ohne Vergütung eingespeist

Vor- und Nachteile von Photovoltaik

Vorteile

  • Umweltfreundlich: Saubere Energie ohne schädliche Emissionen
  • Unabhängigkeit: Weniger Abhängigkeit von steigenden Strompreisen
  • Kosteneinsparung: Langfristig niedrigere Stromkosten und höherer Immobilienwert
  • Förderfähig: EAG-Investitionszuschuss und steuerfreie Einspeiseerlöse

Nachteile

  • Anfangsinvestition: 7.000–31.000 € je nach Anlagengröße (inkl. USt seit 2025)
  • Wetterabhängig: Effizienz hängt stark von der Sonneneinstrahlung ab
  • Platzbedarf: Ca. 5–6 m² Dachfläche pro kWp
  • Nicht für jedes Dach: Denkmalschutz, Ausrichtung oder Verschattung können Hindernisse sein

Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Photovoltaik

Als Faustregel gilt: 4 bis 5 kWp pro Person. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 4 Personen ist eine Anlage mit 16 bis 20 kWp sinnvoll. Die genaue Größe hängt von Energiebedarf, verfügbarer Dachfläche und Sonneneinstrahlung ab. Details in unserem Ratgeber zur PV-Anlage.

In der Regel liegt die Amortisationszeit bei 8 bis 12 Jahren. Entscheidend sind ein hoher Eigenverbrauch und die genutzten Förderungen. Die Module halten 25 bis 30 Jahre, danach produziert die Anlage quasi kostenlos Strom.

Nein. Die Nullsteuer für PV-Anlagen bis 35 kWp galt nur bis 31. März 2025. Seit 1. April 2025 gilt wieder der reguläre Umsatzsteuersatz von 20 %. Für Anlagen, die vor dem 1. April 2025 bestellt wurden, greifen Übergangsregelungen. Die aktuelle Förderung läuft stattdessen über den EAG-Investitionszuschuss.

Zentral ist der EAG-Investitionszuschuss (über die OeMAG-Abwicklungsstelle): bis zu 150 €/kWp für PV und eine eigene Förderschiene für Stromspeicher. Dazu kommen Landesförderungen und die Einkommensteuerbefreiung für Einspeiseerlöse (bis 35 kWp und 12.500 kWh/Jahr). Alle Details im Förderungs-Ratgeber.

Die OeMAG legt den Tarif für überschüssigen Strom monatlich anhand des Börsen-Marktpreises fest, aktuell rund 5 bis 11 ct/kWh (Beispiel Februar 2026: 8,46 ct/kWh). Da der Eigenverbrauch mit 25 bis 35 ct/kWh deutlich wertvoller ist, lohnt sich die Kombination mit einem Speicher. Mehr zu Einspeisetarifen.

In den meisten Fällen ja. Ein Speicher erhöht den Eigenverbrauch von rund 30 % auf 60 bis 80 % und steigert so die jährliche Ersparnis deutlich. Kosten: 4.000 bis 15.000 € je nach Kapazität. Für Batteriespeicher gibt es eine eigene EAG-Förderschiene.

PV-Anlagen bis 20 kWp lassen sich meist über ein vereinfachtes Anmeldeverfahren beim Netzbetreiber anschließen, der 14 Tage Zeit für die Rückmeldung hat. Größere Anlagen brauchen eine individuelle Netzverträglichkeitsprüfung, die baurechtlichen Vorgaben variieren je nach Bundesland. Mehr dazu unter PV-Anlage bauen.

Ein Balkonkraftwerk ist eine Mini-PV-Anlage bis 800 W, die per Steckdose angeschlossen wird. In Österreich ist die Installation ohne Genehmigung erlaubt, nötig ist nur eine Anmeldung beim Netzbetreiber. Kosten: 300 bis 800 €, Amortisation: 1 bis 3 Jahre.

Stephanie Hacker

Über die Autorin

Stephanie Hacker

Content Manager bei Selectra Österreich

Stephanie verantwortet die redaktionellen Inhalte zu Energie, Heizung, PV und Telekom auf Selectra Österreich und prüft jede Seite vor der Veröffentlichung.

Mehr zum Team

Kostenloser Rückruf

Anfrage erhalten!

Ein:e Berater:in wird Sie in Kürze zurückrufen.

🇦🇹 |

Oder rufen Sie uns direkt an:

☎ 0720 1166 39