Paris-Protokoll in Kraft getreten - Wie geht es weiter?

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Heute, am 4.11.2016 tritt das Weltklima-Abkommen in Kraft. Das Paris-Protokoll ist Realität geworden und den Worten des vergangenen Dezembers müssen nun Taten folgen. Es wird von einem Meilenstein im Kampf gegen die Klimaerwärmung gesprochen. Die Ziele sind gesetzt und die Wege vorbereitet, dass sie schlussendlich auch gegangen werden, bleibt zu hoffen.


Verbesserungen gegenüber dem Kyoto-Protokoll

Das Kyoto-Protokoll, ein erster Versuch, auf globaler Ebene den Klimawandel zu bekämpfen, trat nach ersten Zielsetzungen im Jahr 1997 schlussendlich im Februar 2005 in Kraft. Ein positiver Schritt in die richtige Richtung, der jedoch noch Luft nach oben ließ. Zu wenig Staaten stimmten dem Abkommen zu und setzten sich in diesem Rahmen Ziele, um eigene CO2-Emissionen deutlich zu verringern. So hatten beispielsweise die USA, die weltweit den 2.Platz bzgl. der Höhe des CO2-Ausstoßes belegen, dieses Abkommen nie ratifiziert. Das Paris-Protokoll weist dahingegen eine deutliche Verbesserung auf. 195 Staaten beschlossen im Dezember vergangenen Jahres, die Erderwärmung auf deutlich weniger als 2 Grad Celsius zu begrenzen. Als erstrebenswert wurden 1,5 Grad Celsius genannt. Mittlerweile wurde das Abkommen von bereits 94 Staaten ratifziert, unter ihnen sind dieses Mal auch Klimaschwergewichter wie die USA und China. Individuelle staatliche Zielsetzungen und dementsprechende Maßnahmen sollen dabei den Weg ebnen. Anfang nächster Woche soll eine weitere, 11 Tage dauernde UN-Klimakonferenz in Marrakesch das neue Abkommen weiter konkretisieren.

Erfolg des Abkommens wird in Frage gestellt

Zur Gänze ausgereift scheint das Abkommen dennoch nicht zu sein. Die jeweiligen Ziele der Staaten sind zwar verpflichtend, allerdings gibt es weder politische noch juristische Folgen, wenn diese nicht erreicht werden. Ob die Motivation alleine ausreicht, ist fraglich.

Weiters wurde am 3.11.2016 der jährliche "Emissions Gap Report" des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (Unep) vorgestellt und verleiht der ersten Euphorie einen Dämpfer: Zum jetztigen Zeitpunkt erscheinen die Pariser Klimaziele nicht umsetzbar. Die Bemühungen müssten deutlich erhöht werden. Die weiteren Folgen des Klimawandels können beziehungsweise werden verheerend sein, wenn jetzt nicht mit aller Kraft gehandelt wird.

Auch in Österreich deutlichere Fortschritte nötig

In Österreich wurden im Jahr 2014 75,332,62 Millionen Tonnen Treibhausgase ausgestoßen. Somit wurde ein Rückgang um 3,2% gegenüber 1990 erzielt. Der EU-Durchschnitt liegt jedoch bei 24,4%. Eine Steigerung ist dringend notwendig. Österreich plant seine Zielvorgaben mit dem Klimaschutzgesetz, nationalen Maßnahmenprogramme sowie der europaweit aktiven Initiative "klimaaktiv" umzusetzen.

Nähere Informationen zu den Nationalen und globalen Zielen zur Bewältigung des Klimwandels finden Sie in diesem Artikel.

Lokal handeln, global wirken

Nur gemeinsam kann der Kampf gegen den Klimawandel Erfolge erzielen. Jeder ist gefragt und jede Einzelperson kann einen Beitrag dazu leisten. Stichworte hierbei sind Energieeffizienz und Ökostrom. Um den CO2-Ausstoß einzudämmen, müssen fossile Energieträger zur Gänze aus dem Energieportfolio verdrängt werden.

Gemeinsam. Grün. Sparen. Selectra Österreich und Wir für Umwelt möchten mit der Gemeinsam. Grün. Sparen.-Initiative einen aktiven Beitrag für eine nachhaltige Umwelt leisten. Je mehr TeilnehmerInnen den Wechsel zu einem Ökostromanbieter vollziehen, desto schneller können fossile Energieträger verdrängt werden. Mitmachen lohnt sich, denn mit steigender Teilnehmerzahl sinkt der Energiepreis.

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